In den ersten drei Quartalen des Jahres 2023 verzeichnete die polnische Milchwirtschaft einen Nettoumsatz von 38,3 Mrd. PLN (8,9 Mrd. €), was einem Rückgang von 10,1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Exporteinnahmen gingen ebenfalls um 6,9 % zurück und erreichten 6,8 Mrd. PLN (1,58 Mrd. €).
Trotz des anhaltenden finanziellen Drucks stiegen die Kosten für die an die Molkereien gelieferte Milch um 2 % und beliefen sich auf 11,6 Mrd. PLN (2,7 Mrd. €). Im Gegensatz dazu sank der durchschnittliche Einkaufspreis um 8,3 % auf 2,07 PLN (48 Eurocent) pro Liter, wie die Polnische Milchkammer mitteilte.
Als Ausgleich für die eskalierenden Kosten erwies sich die billigere Rohmilch als Schlüsselfaktor für die Steigerung der Rentabilität im Segment der Milchverarbeitung. Die Gesamtbetriebskosten beliefen sich auf 38,3 Mrd. PLN (8,92 Mrd. €), was einem Rückgang von 6,2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Energiekosten stiegen um 13,7 %, während die Ausgaben für externe Dienstleistungen wie Transport und Logistik um 7,2 % und die Löhne und Gehälter um 7,9 % stiegen.
Agnieszka Maliszewska, Direktorin der Polnischen Milchkamme: “Der finanzielle Status der polnischen Milchwirtschaft hat sich im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2022 verschlechtert, aber sie hat sich im Vergleich zu den Ergebnissen des ersten Halbjahres 2023 verbessert.”
Trotz eines schwierigen finanziellen Umfelds erholte sich die polnische Milchwirtschaft in den ersten drei Quartalen 2023 und verzeichnete einen Nettogewinn von 139,8 Mio. PLN (32,6 Mio. €), während sie im Vorjahr noch einen Verlust von 1,653 Mrd. PLN (380 Mio. €) hinnehmen musste. Die Milchkammer wies darauf hin, dass nur 49,5 % der Molkereibetriebe einen Gewinn erwirtschafteten, während es im Vorjahr noch 79 % waren.
Die finanziellen Schwierigkeiten der Branche hielten die Molkereien jedoch nicht davon ab, ihre Investitionspläne zu verfolgen. Im gleichen Zeitraum investierten die polnischen Molkereiunternehmen 563,9 Mio. PLN (131,4 Mio. €) und erreichten damit fast die Zahlen des Vorjahres.
Trotz der laufenden Investitionen bleiben die Aussichten für die unmittelbare Zukunft jedoch düster. Maliszewska äußerte die Befürchtung, dass die Produktionskosten bis 2024 weiter steigen werden, was die Wettbewerbsfähigkeit polnischer Molkereiprodukte auf ausländischen Märkten beeinträchtigen könnte.
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