Das Analyselabor Eurofins hat am 22. November die 1,07-Mrd.-€-Schadensersatzforderung von Lactalis als „unbegründet“ eingestuft. Eurofins hat jegliche Verantwortung für die Salmonellen-Kontamination von Lactalis-Kindernährmitteln abgelehnt. Laut L’Informé reichte Lactalis bereits Ende März beim Pariser Handelsgericht eine Klage gegen zwei Tochtergesellschaften von Eurofins ein, nämlich Eurofins Laboratoire de microbiologie Ouest (ELMO) und Eurofins NDSC Food France) und ihre Versicherer XL Insurance und HDI Global.
Laut Lactalis sind die beiden Tochtergesellschaften von Eurofins „für den Schaden verantwortlich, den das Unternehmen dadurch erlitten hat, dass keine Kontamination der Produkte mit Salmonella agona festgestellt wurde“. Das Unternehmen bezieht sich speziell auf Salmonellen-Nachweise durch ELMO, die Lactalis seit 2009 und erneut im Jahr 2017 gemeldet wurden. Eurofins hält dagegen: Trotz zahlreicher Warnungen scheine Lactalis nicht die erforderlichen Maßnahmen ergriffen zu haben. Eine angemessene Reaktion hätte die Krise von 2017 verhindern können.
„Die Qualität der ELMO-Analysen kann nicht in Frage gestellt werden“, so Eurofins; zugleich wird daran erinnert, dass „Lactalis bereits im November 2017 ein anderes Labor in Anspruch genommen hat, dessen Ergebnisse die Qualität der Arbeit von ELMO bestätigen“.
Eurofins zufolge „zielt das Vorgehen von Lactalis wahrscheinlich darauf ab, sich der eigenen Verantwortung zu entziehen“ und „ist umso unbegründeter, als die Lactalis-Gruppe von 2017 bis heute ELMO mit Analysen betraut hat, was ihr Vertrauen in dessen Analysen zeigt“.