Die französische Verbraucherschutzbehörde DGCCRF kritisiert mangelnde Kenntnisse von Butterproduzenten über die geltenden Vorschriften, nachdem eine Untersuchung “Anomalien” bei der Qualität einiger Buttersorten ergeben hat. Frankreich ist der zweitgrößte Butterproduzent in der EU und hat 2022 404.450 Tonnen Butter hergestellt. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 8 kg pro Jahr gehören die Franzosen auch zu den Ländern, die am meisten Butter konsumieren. Bei einer groß angelegten Untersuchung des französischen Milchsektors durch die französische Behörde für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung hat DGCCRF Unstimmigkeiten bei der Zusammensetzung und Kennzeichnung einiger Buttersorten festgestellt. Die Untersuchung wurde 2019 vor allem in Milchwirtschaftsregionen wie der Bretagne, der Normandie und dem Pays-de-la-Loire durchgeführt, die Ergebnisse werden Ende Dezember 2023 veröffentlicht. Es wurden 129 Milcherzeuger, Hersteller und Einzelhändler aus dem gesamten Sektor kontrolliert, unter anderem auf Straßenmärkten, in Bäckereien, Lebensmittelläden und Supermärkten.
Die DGCCRF, die die Vorschriften für die Zusammensetzung und Etikettierung von Butter und Milchfetten durchsetzt, suchte nach Unstimmigkeiten wie hohem Wassergehalt und niedrigem Salzgehalt oder nach der verbotenen Praxis, rekonstituierte Zutaten zur Herstellung von Premiumbutter zu verwenden. Bei ihrer Untersuchung stellte die DGCCRF fest, dass fast 30 % der Betriebe gegen verschiedene Vorschriften verstoßen hatten. So wurde beispielsweise bei vier Butterproben festgestellt, dass sie weniger Salz enthielten als für die Angabe “halbgesalzen” erforderlich. Bei fast einem Sechstel der von der Aufsichtsbehörde entnommenen Proben wurde festgestellt, dass sie mehr Wasser enthielten als in den EU-Vorschriften vorgeschrieben ist.
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