Lebensmittelskandale können das Einkaufsverhalten der
Konsumenten beeinflussen, auch wenn sich viele Verbraucher nach wie vor
unbeeindruckt zeigen. So ein Ergebnis der aktuellen rheingold Studie im Auftrag
von Lebensmittelhandel und Ernährungsindustrie. In Verbraucherinterviews mit dem rheingold Institut
bekräftigte knapp die Hälfte der Konsumenten ihr Vertrauen in Lebensmittel. Trotzdem gaben ca.
60 % der Befragten an, ihr Einkaufsverhalten aufgrund von Lebensmittelskandalen
zumeist vorübergehend zu ändern. Auch getrieben von der Berichterstattung über
Vorfälle bei Lebensmitteln erwarten die meisten der befragten Verbraucher eine
Zunahme solcher Vorfälle. Allerdings differenzieren Konsumenten nur selten: So
fällt dem Einzelnen die Abgrenzung zu „Fehlentwicklungen“ und Bedrohungen auf
anderen Feldern oft schwer. Häufig werden Lebensmittelskandale z.B. in einem
Kontext mit der Vogel- oder Schweinegrippe und sogar der Finanz- und
Bankenkrise diskutiert. Die qualitative Studie zeigt eine Bereitschaft der
Konsumenten, Regulierungen und„Normierungen“ zu unterstützen, die die vermeintlichen
„Fehlentwicklungen“ einzuschränken versprechen. Das rheingold Institut kommt zu dem Schluss,
dass die Neigung, Lebensmittelskandale zu beachten, eher zunehmen wird. Auch
der Hang von Organisationen und Medien, „Skandale zu finden und aufzudecken“ werde
sich eher noch verstärken. Die vielfältig vorhandenen Aktivitäten des Handels
und der Ernährungsindustrie in Bezug auf Lebensmittelqualität und Glaubwürdigkeit
können hier als Gegengewicht punkten und das Vertrauen der Konsumenten weiter
stärken.