Rechtliche Aspekte, Expositionsbewertung und sekundäre
Standards – das waren die Hauptthemen der 8. Internationalen
Fresenius-Konferenz „Food Safety and Dietary Risk Assessment“ vom 22. bis 23.
Februar in Mainz. Zugang zu genauen Informationen über Nahrungsmittelkonsum ist
eine Grundvoraussetzung für jede Expositionsbewertung in Fragen der
Lebensmittelsicherheit. Allerdings gibt es derzeit keine EU-weiten
Bestimmungen, was die Erhebung nationaler Konsumdaten auf individueller Ebene
angeht. Gleichwohl werden bereits in einigen europäischen Ländern entsprechende
Studien durchgeführt, die wertvolle Informationen für staatliche Maßnahmen
liefern und von zentraler Bedeutung für die Ernährungsaufsicht sind. „Leider
liefern die angewandten Methoden nicht immer Daten, die präzise genug für die
Expositionsbewertung sind. Außerdem können die national erhobenen Daten nicht
direkt verglichen werden, da die Methoden innerhalb der EU variieren“, sagte
Stefan Fabiansson, Leiter des DATEX-Referats (Datenerhebung und Exposition) der
EFSA, auf der Konferenz. Langfristiges Ziel der EFSA ist es, EU-weit
hochqualitative Ernährungsdaten von Kindern bis zu alten Menschen zu sammeln,
die mit einer standardisierten Methode ermittelt werden. Die geplante
europaweite Studie zu Nahrungsmittelverzehr in der EU, „What’s on the menu in
Europe“ – kurz: „EUMENU“, wird vergleichbare und ausreichend
detaillierte Informationen liefern, um Risikobewertungen für alle Länder und
Regionen in der EU zu repräsentieren, so Fabiansson. Geplant ist, insgesamt
80.000 Menschen in 27 Mitgliedstaaten in die Studie einzubeziehen, unter Verwendung
einer Software, die mit EU-Mitteln entwickelt und getestet wurde. Fabiansson
ist überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt: Wenn die Aussagekraft der
Risikobewertungen verbessert werde, gebe es weniger Anlass zu konservativen
Annahmen bezüglich der Lebensmittelsicherheit. Dies ermögliche der
Lebensmittelindustrie, die Konformitätskosten zu senken und zugleich den vollen
Verbraucherschutz zu gewährleisten.