Foto: Lothar Laufer, Special Projects Director Arla Foods: Diedeutschen Molkereien sind für das internationale Geschäft schlecht aufgestellt(Foto: mi)
2010 wird kein Boomjahr. Die Erlöse und damit die Milchpreise werden nicht erneut dem Absatz unzuträgliche Höhen erreichen. Dies war eine der Kernaussagen auf dem Deutschen Molkereikongress, den die Lebensmittel Zeitungam 9./10. Februar in Wiesbaden veranstaltete.
Zweifellos wird es auch weiterhin Preisvolatilität im Markt geben – Reinhard Schoch von der AMI: „Volatilität ist Realität". Doch dürfte das Ab und Auf der Erlöse zumindest in überschaubarer Zukunft nicht mehr so extrem ausfallen. Für das Hauptventil des Binnenmarktes, den Export, bildet speziell der Dollarkurs weiterhin das Hauptproblem, so Schoch, auch wenn sich jüngst Zeichen der Entspannung ergeben haben. Ein weiteres Problem für dieMarktentwicklung sind die Interventionsbestände – deren Auslagerung ab Mai wird in jedem Fall Auswirkungen auf die Märkte haben.
Export
Insgesamt sind die Perspektiven jedoch nicht schlecht: die international verfügbare Milchmenge bleibt begrenzt, es baut sich aktuell keine Spekulationsblase in den Märkten auf, und Milch dürfte schon jetzt ein knappesGut sein, erklärte Lothar Laufer, Projektdirektor bei Arla Foods. Auch in Zukunft biete der Export Chancen, doch müsse sich die Milchindustrie inDeutschland und der EU über Konsolidierung „anders aufstellen", denn mit generischen Produkten habe sie angesichts der höheren Gestehungskosten kaumChancen im Weltmarkt. Ihm pflichtete Schoch bei: der Export werde in Zukunft dasGeschehen im Binnenmarkt noch stärker bestimmen als bisher. Die auf Erzeugerebene laufende Konsolidierung wird dabei in jedem Fall die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Milcherzeugnisse stärken.