Arthur Fasel, Geschäftsleiter der SortenorganisationEmmentaler Switzerland ES, hat den Rückgang der Schweizer Emmentalerproduktionauf 23.480 t (Jan bis Nov 2009) relativiert: „Wir haben einen Teil derLagerbestände abgebaut (1.000 bis 1.500 t) und deshalb die Produktiongedrosselt." Grund für die rückläufige Herstellung: „Es gibt zunehmendFälschungen und Imitate im Exportmarkt. Das schadet dem Produkt Emmentaler."
Auf die „Konkurrenz aus dem eigenen Lager" ist EmmentalerSwitzerland nicht gut zu sprechen. Damit sind Emmentalerproduzenten gemeint,die sich nicht ans Pflichtenheft halten: Käselaibe werden ins Auslandverschoben und dann als echter Emmentaler verkauft, obwohl der Käse vielleichtaus Silomilch hergestellt wurde. ES fordert die unverzügliche Beschlagnahmungder Ware, der Vollzug sei in diesem Bereich ungenügend.
Ein zweiter Grund für den Rückgang: „Wir haben lange zuwenig in Werbung und Marketing investiert." Lange betrug der Produktebeitrag anEmmentaler Switzerland lediglich 20 Rappen pro Kilo. Erst im letzten Jahrerhöhten die Delegierten den Beitrag auf 60 Rappen. Bei Gruyère liegt derentsprechende Betrag schon seit einiger Zeit bei über 80 Rappen. Von 2003 bisund mit 2009 seien Gruyère rund 100 Mio. SFr mehr für Marketing zur Verfügunggestanden.
1999 wurde noch in 520 Käsereien Emmentaler hergestellt.Jetzt sind es noch knapp 180. Etwas mehr als ein Drittel der Käsereien liegenim Kanton Bern.
Um den Emmentalerabsatz zu beleben wurde ein neuer Werbespotmit Oscar-Gewinner Xavier Koller produziert, die Olympischen Spiele inVancouver werden als Werbeplattform benutzt.