Die deutsche Lebensmittelindustrie hat sich für eine
eindeutige Kennzeichnung von Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Zutaten
ausgesprochen. Die Branche sei für Transparenz, weswegen es konsequent wäre, „positiv
zu kennzeichnen“, so BVE-Hauptgeschäftsführer Matthias Horst gegenüber der Süddeutschen
Zeitung (SZ). Wo Gentechnik drinstecke, müsse dies auch draufstehen. Bislang
gilt in der EU nur die Vorschrift, dass auf Lebensmittelverpackungen in den
Zutatenlisten stehen muss, wenn direkt gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe
wie etwa Gen-Pflanzen enthalten sind. Nach der neuen Regelung müssten aber auch
Lebensmittel gekennzeichnet werden, die etwa Milch von Kühen enthalten, die mit
Gen-Soja gefüttert wurden, oder Eier von Hühnern, die Gen-Futter erhalten
haben. Laut SZ wären nach BVE-Angaben mindestens 60 Prozent der Lebensmittel in
Deutschland betroffen. Das im Herbst eingeführte freiwillige „Ohne Gentechnik“-Siegel
des Bundeslandwirtschaftsministeriums als Ergänzung der EU-Regelungen hat sich
bislang kaum durchgesetzt. Trotz Einführung dieses Logos hat sich die
Bundesregierung bereits in ihrem Koalitionsvertrag für die Schaffung einer
eindeutigen Gentechnik-Kennzeichnung für Lebensmittel auf EU-Ebene
ausgesprochen, die den BVE-Vorstellungen entspricht und die für alle Produkte
gelten soll, die in irgendeiner Form mit Gentechnik in Kontakt gekommen sind.