Die mit Klimaschutz begründete Verbannung von Rindfleisch aus der Mensa der Londoner Goldsmith University hat die britische Lebensmittelwirtschaft beunruhigt. Carbon Trust, eine in Großbritannien ansässige Organisation, die Lebensmittelherstellern bei der Berechnung des Carbon Footprint behilflich ist, hat erklärt, dass der Schritt der Universität offensichtlich auf das Generieren von Headlines aus war, aber wissenschaftlich nicht begründet ist. Das Erstellen von Carbon Footprints für Lebensmittel sei eine höchst komplexe Angelegenheit, jede Lieferkette produziere eine andere Menge an Emissionen. Daher seien die Rindfleischerzeugung in den USA, auf deren Carbon Footprint sich die Universität beruft, und die im UK hinsichtlich ihrer Klimaauswirkungen völlig anders zu interpretieren. Die Goldsmith University täte aus Sicht von Carbon Trust besser daran, sich die Kohlenstoff- und Wasserfußabdrücke der verschiedenen bezogenen Lebensmittel zu veranschaulichen, womit Rindfleisch in einen ganz neuen Betrachtungsaspekt käme. Es komme nämlich vor allem auch darauf an, aus welchen Quellen die Zutaten stammen.
Carbon Trust hat bis 2016 mit der Supermarktkette Tesco zusammengearbeitet. Seinerzeit wollte das Unternehmen alle seine Verkaufsprodukte mit Angaben zum Carbon Footprint versehen. Wegen der enormen Komplexität wurde dieses Vorhabens jedoch ad acta gelegt.