Strahlende Gesichter nach harter Arbeit – die Abschlussklasse der Sommerprüfung 2026 mit Vertretern des Prüfungsausschusses (Foto: Alfred Reisnecker)
Sichtlich erleichterte Absolventen der diesjährigen Sommerprüfung strahlten am 17. Juli mit der Sonne um die Wette. Nach einer qualitativ hochwertigen Ausbildung in den Betrieben, der Berufsschule und an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Lehr-, Versuchs- und Fachzentrum für Milchanalytik (LVFZ) in Triesdorf, konnten 37 Damen sowie 3 Herren feierlich ins Berufsleben verabschiedet werden. Sie hatten den fünfwöchigen Überbetrieblichen Ausbildungskurs bei größter Hitze und einigen damit verbundenen Unwägsamkeiten sowie eine kräftezehrende und nervenaufreibende Prüfungswoche bewältigt. Die vergangenen Lehrjahre waren gefüllt mit anspruchsvollen Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten rund um die chemische, physikalische, mikrobiologische und sensorische Qualität von Milch und Milchprodukten. Eine Zeit voller Lernen, praktischer Erfahrungen, Übungen und Prüfungen liegt nun hinter den Milchwirtschaftlichen Laboranten (MiLa) aus nahezu ganz Bayern sowie Südtirol.
„Sie haben all diese Herausforderungen gemeistert“, würdigte der LVFZ-Leiter Uwe Mohr die frisch gekürten Fachkräfte im Milchwirtschaftlichen Labor. „Heute stehen Sie im Mittelpunkt – und das vollkommen verdient. Sie haben gezeigt, dass Sie nicht nur über Fachwissen, sondern auch über die nötige Handlungskompetenz in diesem zu 100 % systemrelevanten Beruf verfügen – und das alles mit einem hervorragenden Gesamt-Notendurchschnitt von 2,56.“ Augenzwinkernd fügte er hinzu: „scheinbar haben wir hier am LVFZ neue Lernförderer entdeckt – große Hitze, hohe Belegungsdichte im Klassenzimmer wie im Internat, eine hohe Arbeits- und Lernbelastung sowie viele kleine „Viecherln“ rund um unsere Eichen trugen wohl zu diesem überdurchschnittlich guten Endergebnis bei.“
Laudatoren loben Laboranten
Neben Günther Felßner, 1. Vorsitzender des Milchwirtschaftlichen Vereins Franken e.V. (MVF) und Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), gratulierten unter anderem Friedrich Weinmann, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, sowie der zweite Bürgermeister der Gemeinde Weidenbach-Triesdorf, Ralf Schmidt. Sebastian Buechler vom Staatlichen Beruflichen Schulzentrum (BSZ) Ansbach-Triesdorf, Prof. Dr. Bernhard Göbel von der Vereinigung Ehemaliger Triesdorfer e.V. (VET) und Simon Gutensohn, Geschäftsführer des Landesverbandes Bayerischer und Sächsischer Molkereifachleute und Milchwirtschaftler e.V. (LBM), schlossen sich diesen Grußworten an.
Günther Felßner eröffnete seine Grußworte mit einer herzlichen Gratulation und erinnerte die Absolventen an das Glück, das sie hatten. „Nicht das Glück, in der Prüfung, da war es Ihre eigene Kompetenz. Nein, Sie hatten Glück bei der Wahl des Ausbildungsberufes in dieser Zukunftsbranche!“ Mit Nachdruck wies er die Festgesellschaft auf die zentrale Rolle des LVFZ Triesdorf hin: „Wir haben hier den Anspruch, die weltweit beste Ausbildung von Milchwirtschaftlichen Laboranten verortet zu haben!“ „Wir wollen mit Euch Nachwuchskräften beste Produkte, beste Qualität, besten Genuss auf den Markt bringen!“ Mit „wir wissen Euch und Eure Betriebe an unserer Seite“, verwies er auf die Zukunft der Landwirtschaft im Allgemeinen sowie deren Unterstützung durch die bayerischen milchverarbeitenden Betriebe und die Dienstleistungslabore in diesem Sektor.
Ralf Schmidt als zweiter Bürgermeister der Gemeinde Weidenbach-Triesdorf wünschte den Absolventinnen und Absolventen im Anschluss „nicht nur stets richtige Ergebnisse im Labor, sondern auch im Privatleben.“ „Wer MiLa hört, dem fällt meist nur Rohmilch oder Landwirtschaft ein“, so sein Geständnis. Nun verbinde er aber mit diesem Beruf „hochqualifizierte Laborarbeit, Präzision und immense Verantwortung für sichere, sensorisch ansprechende Produkte.“
Sebastian Buechler erheiterte die Gemüter mit seiner „brandneuen“ Laudatio. Er hatte sich die Mühe gemacht und die überwiegend 3-jährige Ausbildungszeit in „90.806.400 Sekunden, 1.513.440 Minuten, 25.224 Stunden und 1051 Tage“ aufgedröselt. Hierfür erntete er viele Lacher, aber auch so manches Tränchen seitens der frischgebackenen MiLa. Viele Emotionen konnte er so beispielsweise mit seinem Appell hervorrufen: „Behaltet die Triesdorf-Zeit mit ca. 6.480 Stunden in guter Erinnerung, es wird eine besondere Zeit in eurem Leben bleiben!“ „Aber Abschiede gehören auch zum Leben und das ist zum Glück ein freudiger Abschied“, so sein Abschluss.
Ehrung für traumhafte Leistungen
Im Folgenden überreichten Friedrich Weinmann, Dr. Almut Schöne-Pfann (stellvertretende Prüfungsausschussvorsitzende, LVFZ) und Sebastian Buechler die Prüfungsurkunden und Berufsschulzeugnisse an alle frischgebackenen Milchwirtschaftlichen Laborantinnen und Laboranten.
Als beste Absolventin nahm Magdalena Weidinger (Goldsteig Käsereien Bayerwald GmbH, Cham) den Förderpreis der muva kempten GmbH entgegen. Dieser beinhaltet einen Gutschein für ein frei wählbares Fortbildungs-Seminar am Kemptener Labor- und Dienstleistungszentrum. „Herzlichen Dank für Ihr Engagement und Ihre Leidenschaft für diesen tollen Beruf!“ so das Resümee der Preisgeberin Manuela Wilhelm, Ausbildungsleiterin an der muva kempten GmbH.
Weitere Auszeichnungen erhielt der Prüfungszweitbeste Korbinian Stumpf (Zott SE & Co. KG, Mertingen) durch Simon Gutensohn vom LBM. Leonie Stiebe (muva kempten GmbH) wurde als Prüfungsdrittbeste durch Roland Jank vom MVF geehrt.
Zu Recht verlassen die frischgebackenen Fachkräfte Triesdorf als stolze Repräsentanten dieses Standorts und ihres einzigartigen, zu 100 % systemrelevanten Berufes, wie es auch Klassensprecherin Romy Breu in ihrer Abschlussrede betonte. Ihren Stolz über das Erreichte fasste sie mit „Wir haben etwas erreicht, was uns keiner mehr nehmen kann!“ zusammen. Das Team des LVFZ Triesdorf verabschiedet seine Absolventinnen und Absolventen mit den besten Wünschen in die weite Welt, wo sie von der großen Familie der Bayerischen und Südtiroler Milchwirtschaft erwartet und willkommen geheißen werden.