Rainer Schulz, sysmat
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Wie die Lage im Lager ist

Fachkräftemangel, florierender E-Commerce oder ganz neue Kundenansprüche: In den letzten Jahren haben die Herausforderungen im Bereich Lager mehr zugenommen, als dass sie sich vermindert haben. Für entsprechende Unternehmen gilt es deswegen sich stets neu zu erfinden und regelmäßig alle Prozesse zu hinterfragen. Das betrifft neben der Bewertung und Realisierung technischer Möglichkeiten auch das Einschlagen einer konkreten Strategie. „Dazu gehört, sich mit seinen Mitarbeitern zu beschäftigen. Wie sehen deren Wünsche konkret aus? Auf welche Weise erleichtern Verantwortliche die Tätigkeiten ihrer Teams? Insbesondere aufgrund des Fachkräftemangels spielt es eine entscheidende Rolle, das eigene Personal in den eigenen Reihen zu halten“, meint Rainer Schulz (Foto: sysmat), Geschäftsführer der sysmat GmbH. Tatsächlich fällt es einem großen Teil der Unternehmen darüber hinaus schwer, den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Mehr als ein Viertel sieht Probleme beispielsweise wegen in die Jahre gekommener IT.1

Mehr zu tun denn je
Solche Defizite machen sich gerade in Kombination mit weiteren Entwicklungen in der Branche bemerkbar: Herausforderungen bestehen etwa in der zunehmenden Komplexität der eigenen Betriebsabläufe, der Kombination von Online- und stationärem Handel und einem ohnehin stetigen Anstieg der Nachfrage. 73 Prozent der Unternehmen stellen ein höheres Warenvolumen innerhalb ihres Lagers fest.2 „In Summe zeigen diese Erkenntnisse, dass in den Betrieben die Anzahl der unterschiedlichen Prozesse weiter zunimmt. Umso wichtiger ist es, dass diese reibungslos funktionieren. Je mehr Abläufe stattfinden, desto mehr Raum für mögliche Fehler existiert“, so Schulz. Bei vielen Betrieben besteht deshalb Bereitschaft zur Modernisierung, beispielsweise in Form von Etablierung einer Software zur Optimierung des Materialflusses. „Entscheiden sich Unternehmen für diesen Schritt, gibt häufig die Schulung der eigenen Mitarbeiter den Ausschlag für oder gegen Erfolg“, sagt der Experte. „Denn wenn Nutzer den Weg mit einer neuen Lösung von Beginn an mitgehen, identifizieren sie sich schnell damit. Das sorgt für mehr Mitarbeiterzufriedenheit.“

Automatisierung bleibt (noch) aus
Im Wesentlichen geht es bei den vorhandenen Schwierigkeiten und den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten darum, Effizienz zu erhöhen und Prozesse zu optimieren. Aufgrund der skizzierten Bedingungen kristallisiert sich das Vorhaben allerdings immer mehr als Herausforderung heraus. „Für Unternehmen ist deswegen die Automatisierung der Abläufe ein Hebel, um dies zu erreichen. Gleiches gilt für Teilautomatisierungen, die häufig für große Effizienzgewinne sorgen“, zeigt Schulz auf. Doch bisher spiegelt sich die Relevanz von automatisierter Technologie nicht in deren Verbreitung wider. Deutlich weniger als die Hälfte der Unternehmen hat entsprechende Lösungen bereits eingeführt.3 „Dabei amortisieren sich Ausgaben dank der eingesparten Kosten durch optimierte Prozesse. Wir beobachten immerhin eine ansteigende Bereitschaft zur Modernisierung bei den Verantwortlichen. Für die Branche ist das ein gutes Zeichen“, schließt der Experte.

1 State of Warehouse Operations, Manhattan Associates, 2024.
2 Ebd.

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