Rüdiger Fricke (Foto: Fricke), seit 2024 Geschäftsführer der Gläsernen Molkerei (115 Mitarbeiter an den Standorten Dechow und Münchehofe, 70 Mio. kg Biomilch) spricht in einem Interview mit dem Nordkurier über aktuelle Herausforderungen und Zukunftspläne.
Der Preisverfall war für das auf Bio ausgelegte Unternehmen nicht so drastisch wie im konventionellen Bereich, aber es gab ähnliche Entwicklungen, so Fricke. Ob die Gläserne Molkerei angesichts des Preisunterschieds zu konventioneller No-Name-ware den Butter-Preis von 4,49 Euro für 250 Gramm halten kann, „darüber bin ich täglich mit unserem Vertrieb am Überlegen“.
In diesem Jahr steigt die Gläserne Molkerei in den Food Service ein und nutzen die politische Willensbildung, insbesondere der Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie ein Stück weit auch beim Bundesland Brandenburg, in der Gemeinschaftsverpflegung stärker auf Bio zu setzen. In Zukunft werden Produkte auch großverbrauchergerecht, etwa im Fünf- oder Zehn-Kilo-Eimer, angeboten. Zusätzlich wird die Gläserne Molkerei mit Portionsbutter sowie dem ersten Energydrink auf Milchbasis an den Start gehen.
Ziel ist es, so Fricke, die Gesamtverarbeitungsmenge in den nächsten zwei bis drei Jahren über 100 Mio. kg zu steigern. Dafür ist auch die Anschaffung einer Sterilmilchanlage geplant. Darüber hinaus gebe es eine Reihe von Ideen, um auch den Markt der pflanzlichen Milchalternativen zu bedienen.