Der Schweizer Bundesrat hat es ermöglicht, dass Schweizer Käse ab dem 1. Juni 2007 zollfrei in die EU eingeführt werden kann. Im Gegenzug dürfen europäische Produkte zollfrei die Grenze überqueren. Mit dem EU-Abkommen hoffte die Branche auf gute Geschäfte mit Premium-Käsesorten. Seitdem stiegen die Exporte von Gruyère, Sbrinz und anderen Käsesorten stetig an. Im Niedrigpreissegment hingegen entwickelte sich der Warenverkehr umgekehrt.
Das Ergebnis: Die Importe stiegen deutlich schneller als die Exporte. Im Jahr 2023 wurde erstmals mehr Käse gekauft als ins Ausland geliefert. “Die Liberalisierung des Milchmarktes war für die Schweizer Milchbauern sehr nachteilig”, sagte Marcel Dettling, Vorsitzender der Partei SVP, in einem Interview mit der NZZ. Er fordert nun, “die Lücken im Grenzschutz zu schließen”. Die Milchmengenkontrolle solle jedoch bei den Produzenten bleiben. Das ist selektiver Liberalismus, durchaus ein Markenzeichen der Schweizer Landwirtschaft.
Länderbericht
- Roland Sossna
Quelle: blick.ch