Die von AMA-Marketing vorgelegte RollAMA Halbjahresbilanz weist für die erfassten Warengruppen eine um 4,6 Prozent niedrigere Einkaufsmenge gegenüber dem Vorjahresniveau aus. Besonders größere Familienhaushalte mit Kindern und mittlerem Einkommen passten ihr Einkaufsverhalten an. Zugleich erreichte der Bioanteil im Lebensmitteleinzelhandel 12,6 Prozent.
Aktionsprodukte und Handelsmarken gewinnen Anteile
Mehr als jeder dritte Euro wurde im Berichtszeitraum für ein Aktionsprodukt ausgegeben. Bei Milchprodukten lag der wertmäßige Aktionsanteil bei 31,6 Prozent. Diskonter erreichten insgesamt einen Umsatzanteil von mehr als 30 Prozent, während klassische Supermärkte und insbesondere Großflächen leicht an Anteil verloren. Fachhandel und Direktvermarktung blieben mit einem Umsatzanteil von 8,6 Prozent stabil.
Fast zwei Drittel der Ausgaben im Lebensmitteleinzelhandel entfielen auf Handelsmarken. Die vier größten Handelsketten kamen auf einen Marktanteil von nahezu 90 Prozent. Neben dem Preis blieben regionale Herkunft und Qualität wichtige Kaufkriterien. Laut einer begleitenden YouGov-Erhebung bevorzugten 44 Prozent der Befragten Lebensmittel mit dem AMA-Gütesiegel. Der Anteil lag damit fast vier Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.
Naturjoghurt, Skyr und Frischkäse legen zu
Innerhalb der von der RollAMA Halbjahresbilanz erfassten Kategorien entwickelten sich mehrere proteinreiche Molkereiprodukte positiv. Die Einkaufsmenge von Naturjoghurt einschließlich Skyr stieg gegenüber dem Vergleichszeitraum um 9,2 Prozent. Frischkäse legte um 4,2 Prozent und Topfen um 3,2 Prozent zu.
Für Milch und Milchprodukte ohne Butter und Käse ermittelte die RollAMA Halbjahresbilanz dagegen einen Mengenrückgang von 4,8 Prozent. Bei einem durchschnittlichen Preisanstieg von 3,1 Prozent sank der Umsatz dieser Warengruppe um 1,9 Prozent. Die Käsemenge ging um 3,6 Prozent zurück, während das Preisniveau nahezu unverändert blieb. Der Umsatz mit Käse verringerte sich ebenfalls um 3,6 Prozent.
Butterpreise sinken deutlich
Bei Butter sank die Einkaufsmenge um 8,6 Prozent. Die Preise lagen aufgrund europaweiter Produktionsüberschüsse und der höheren Verfügbarkeit von Milchfett um 28,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Daraus ergab sich ein Umsatzrückgang von 34,4 Prozent. Ungeachtet der Preisentwicklung blieb Butter im Vergleich zu Margarine stärker nachgefragt und erreichte einen mengenmäßigen Anteil von 73,3 Prozent.
Der Außer-Haus-Konsum entwickelte sich laut dem Vergleich von RollAMA-Daten und Daten aus dem Gastronomiegroßhandel dynamischer als der Einkauf im Lebensmitteleinzelhandel. Milch, Fleisch und Eier verzeichneten im Gastronomiegroßhandel eine bessere Entwicklung als im Einzelhandel.
Die RollAMA ist ein Haushaltspanel von AMA-Marketing in Zusammenarbeit mit dem YouGov Shopper Panel und KeyQUEST Marktforschung. Dafür führen 2.800 repräsentativ ausgewählte österreichische Haushalte Aufzeichnungen über ihre Lebensmitteleinkäufe. Individualeinkäufe und Außer-Haus-Konsum sind nicht Bestandteil der Erhebung.
Weitere Informationen unter: AMA-Marketing.