News
Quelle: moproweb.de

Politische Korrektur erforderlich

Mit der höheren Milchanlieferung ab KW 33/2025 hat die jüngste Butterpreissenkung von Aldi vom vergangenen Samstag nichts zu tun. Kumuliert liegt die Milchproduktion 01.01.25 – 16.11.25 bei +  0,4%. Der Butterpreis ist und war schon immer volatil, aber seitdem Lidl ab 15.09.25 die Preisführerschaft übernehmen wollte herrscht zwischen den TOP Discountern Aldi und Lidl ein Preiskrieg. Allein in den letzten 3 Monaten wurde bei den Handelsmarken Butter 5 mal der EVP reduziert. Die Handelsmarke Butter 250g hat vom 01.01.25 bis aktuell  29.11.25  € 1,20 = 50,7% an Wert verloren. Insgesamt wurden in diesem Jahr 7 mal die Butter-EVP korrigiert. Der Butter-EVP hat den bisherigen Tiefstand von 2017 wieder erreicht, sämtliche Aldi-Konkurrenten haben in einer Blitzaktion ihre Abgabepreise reduziert.

Der neue EVP in Höhe von € 1,19 sollte Anlass sein, einmal darüber nachzudenken welche Konsequenzen sich für die beteiligten Handelspartner ergeben. Die Molkereien fügen sich dem Handelsdruck und reichen die sich ergebenden niedrigeren Einkaufspreise weitgehend an den Produzenten der Rohmilch weiter. Dieser kann sich aber nicht wehren, d.h. er hat keine Handhabe in irgendeiner  Form auf einen höheren Erlös zu pochen. Milchbauern sind somit Spielball für den Handel. Aber das war schon immer so. Nach einer einfachen Gegenüberstellung der Erzeugungskosten zu dem erzielten Milchpreis  ergab sich zumindest in den letzten 10 Jahren im Durchschnitt jeweils eine Unterdeckung der Erzeugungskosten  in einer  beängstigten Größenordnung. Ursache ist, so hat dies auch die Monopolkommission in einem aktuellen Bericht  festgehalten, die oligopolistische Marktstruktur des Handels.

Jetzt ist ein Punkt erreicht, der nur mit Hilfe der Politik korrigiert werden kann. Ein EVP von € 1,19 bedeutet, dass der Milchpreis bei einem Rohstoffeinsatz von 4,5 Liter für 250g Butter auf ca. 25 Cent absinkt. 30 Cent waren ja schon im Gespräch. Aber die neue aktuelle Situation führt dazu, dass wohl viele Milchbauern den Betrieb aufgeben müssen. Die Rohmilchverwertung über den Butterpreis haben bekannterweise eine Auswirkung auf das gesamte Milchaufkommen. Der Handel hat auch eine volkswirtschaftliche  Verantwortung und deshalb wäre es dringend erforderlich, dass politisch neue Regeln aufgestellt werden, damit ein Verkauf unter Erzeugungskosten nicht mehr möglich ist.

Die neuen Aldi Butterpreise Handelsmarken ab 29.11.2025:

Verwandte Artikel

Markt

Motor für den Welt-Milchhandel

US-Käseexporte werden 2026 neue Höhen erreichen...
Sortiment

Bio-Eigenmarken stärker gefragt

Der Umsatz mit biologisch erzeugten Lebensmitteln wird nach einem Bericht...
Zulieferer

Milch könnte knapper werden

Die niederländische Rabo rechnet bis 2035 aufgrund von Vorschriften, Strukturwandel...
Länderbericht

EU gibt Kurs vor

US-Milchwirtschaft muss Preise senken...
Unternehmen

Zuschlag wird erhöht

Bus zu 4 Cent für das Nachhaltigkeitsprogramm Foqus planet...
Verpackung

Änderungsverordnung (EU) 2025/351

Neue Anforderungen für Lebensmittelkontaktmaterialien...
Nach oben scrollen