Die niederländische Ministerin für Klima und grünes Wachstum, Van Veldhoven, will ein Pfand auf Plastikflaschen für Milchprodukte und Säfte bis zu drei Litern einführen. Darüber hinaus strebt sie ein Verkaufsverbot für Plastikflaschen und Dosen ohne Pfand an und prüft die Einführung einer Rücknahmepflicht für Geschäfte. Mit diesen Maßnahmen will Van Veldhoven erreichen, dass das gesetzliche Sammelziel von 90 % erreicht wird. Dies ist den Getränkeherstellern und -importeuren, die hierfür verantwortlich sind, in den letzten vier Jahren nicht gelungen.
Europäische Verpackungsvorschriften schreiben vor, dass die Mitgliedstaaten der Europäischen Union bis 2029 das Sammelziel von 90 % erreichen müssen. Gelingt dies nicht, wird eine Rücknahmepflicht für alle Verkaufsstellen, einschließlich kleiner Unternehmen, eingeführt. Das möchte Ministerin Van Veldhoven verhindern. Außerdem müssten dann auch ausländische Pfandverpackungen in den Niederlanden zurückgenommen werden.
Milchflaschen waren bisher stets vom Pfand ausgenommen, da diese Verpackungen schwer zu reinigen sind. Ohne Pfand auf Kunststoffflaschen für Milchprodukte ist es laut dem Minister jedoch unmöglich, das gesetzliche Ziel von 90 % zu erreichen, da diese einen Anteil von 12 % an allen jährlich verkauften Kunststoffflaschen ausmachen.
Die niederländischen Supermarktketten haben die Pläne der niederländischen Regierung kritisiert. Der Einzelhandelsverband CBL äußerte Bedenken, dass die Einführung von Pfand auf Milch- und Saftverpackungen die Lebensmittelsicherheit und die öffentliche Gesundheit gefährden könnte. Er erklärte, dass die Pfandrückgabe das Durchwühlen von Mülltonnen fördere, da diese von Menschen geleert würden, die nach Verpackungen suchten, die sie zur Pfandannahmestelle bringen könnten – dabei blieben offene Müllsäcke zurück, die Ungeziefer anlocken.
Abb.: Logoplastic