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Quelle: moproweb.de

Milchpolitischer Frühschoppen 2025

 

Der vom Milchindustrie-Verband (MIV) traditionell im Umfeld der Grünen Woche veranstaltete Milchpolitische Frühschoppen befasste sich am 21. Januar mit dem Thema „Klimaneutralität – wie schaffen wir das?“.  Dass die absolute Klimaneutralität in der Landwirtschaft ein Ideal ist und bleibt, darüber waren sich wohl alle Redner einig. Die Frage sei nicht wie die Landwirtschaft ihre Emissionen auf null senken kann, sondern wie hoch die Emission im Jahr 2045 noch sind und wie viel die Gesellschaft bereit sei, für deren Kompensationen zu zahlen, so Dr. Christine Chemnitz (Foto), Direktorin Think Tank Agora Agrar. Eines der großen Ziele sei, dass Deutschland seine Nachhaltigkeit nicht auf dem Rücken anderer Länder austrage, indem mehr Nahrungsmittel und Agrarrohstoffe importieren werden. Rund 60 % der Emissionen stammen aus der Tierhaltung; eine Reduktion der Bestandsgrößen sei jedoch nur dann sinnvoll, wenn der Konsum tierischer Produkte sinke. Letztlich, so Chemnitz werde der Klimaschutz nicht an der Milchindustrie vorbeigehen. Die Branche sollte sich dafür wappnen, dass die Politik künftig verstärkt auf eine Reduktion von Methan und neue Technologien setzt.

Eine konträre Meinung vertrag der Volkswirtschaftler Prof. em. Joachim Weimann (Foto) von der Universität Magdeburg. Er stellte die deutschen Klimaziele deutlich in Frage. „Klimaziele sind nicht die Lösung, sondern das Problem“, so Weimann. Das Ziel die Emissionen bis 2045 auf null zu bringen sei utopisch. Deutschland gehöre zu den wenigen Ländern, die ihre Emissionen reduziert haben, wobei 1/3 davon auf die Abwicklung der DDR-Wirtschaft zurückzuführen sei. „Andere Länder wie Katar, China oder Indien weiten ihre Emissionen weiter aus. Niemand folgt uns. Das Klimaabkommen von Paris ist gestorben“, so Weimann. Er gab zu bedenken, dass bei Festhalten an den Klimazielen extrem hohe Lasten auf Deutschland zukommen, ohne dass es positive Auswirkungen auf das Klima habe. Aktuell koste die hiesige Klimapolitik zu viele Ressourcen, die an anderer Stelle wiederum fehlen. „Das Klimaproblem ist ein ernstes, schwieriges Problem, mit dem wir fertig werden müssen. Aber das schaffen wir nicht, wenn wir nur auf uns starren und an Klimazielen festhalten, über die nie jemand wirklich strukturiert nachgedacht hat“, so Weimann. Er forderte eine erfolgreiche Klimapolitik, d.h. ein abgestimmtes, internationales Handeln und keine nationalen Alleingänge, mit denen die deutsche Wirtschaft in den Abgrund gerissen werde.

 

Fotos: Endemann, Milch-Marketing

 

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