Zwei globale Börsen drängen gleichzeitig auf den europäischen Milchmarkt. Die Liquidität der europäischen Milch-Futures wird sich nun auf parallele Notierungen verteilen, da die CME Group das Milchgeschäft der European Energy Exchange übernimmt, während Euronext eigene Butter- und Magermilchpulver-Futures sowie -Optionen notiert. Für Erzeuger, Verarbeiter und Händler, die Milchpreisrisiken absichern, bedeutet dies, dass die Geschäfte nun an mehr als einem Ort abgewickelt werden. Die wirtschaftliche Frage lautet nicht mehr, ob die Absicherung noch funktioniert, sondern wo das Volumen letztendlich landet.
John Lancaster, Leiter des Bereichs EMEA Dairy and Food Consulting bei StoneX: „Aus Sicht des Risikomanagements handelt es sich lediglich um einen Wechsel des Handelsplatzes, nicht um eine Änderung der Vertragsstruktur. Die betreffenden Kontrakte beziehen sich auf Magermilchpulver, Butter, Molke und Trinkmilch, und die CME Group wird dieselben Spezifikationen gemeinsam notieren, anstatt sie neu zu gestalten. Ein Absicherungsprogramm, das auf den bestehenden europäischen Milch-Futures basiert, muss weder neu dokumentiert, neu modelliert noch in seinem Umfang angepasst werden, da die Abwicklungsmechanismen unverändert übernommen werden“.
Europäische Milch-Futures werden während eines längeren Übergangszeitraums an zwei Orten gleichzeitig gehandelt, wobei die Kontrakte der European Energy Exchange weiterhin notiert bleiben, während die CME Group parallel dazu ihre eigenen Versionen betreibt. Lancaster bezeichnet diese Überschneidung als bewusst und nicht als chaotisch und weist darauf hin, dass während der gesamten Zeit „eine lückenlose Kontinuität beim Zugang zu diesem Markt“ gewährleistet sei. In der Praxis bedeutet dies für das Hedging eher eine zusätzliche Wahlmöglichkeit bei der Ausführung als ein Problem.