Offene Märkte, konkrete Marktzugänge und eine verlässliche Exportförderung sind entscheidende Voraussetzungen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Diese Botschaft stand gestern im Mittelpunkt des 11. Parlamentarischen Abends der German Export Association for Food and Agriproducts (GEFA e.V.) unter dem Titel „Freihandel im Wandel“ in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft. Rund ein Drittel der deutschen Agrar- und Lebensmittelproduktion geht in den Export. Für viele Unternehmen ist das Auslandsgeschäft damit kein Zusatzgeschäft, sondern wesentlicher Bestandteil ihres Geschäftsmodells. Gleichzeitig verändern geopolitische Konflikte, Handelshemmnisse und zunehmende regulatorische Anforderungen die Bedingungen auf den internationalen Märkten.
Die GEFA und ihre Mitgliedsverbände begrüßen deshalb ausdrücklich die Neuausrichtung und Weiterentwicklung der Exportförderung durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Die Erschließung neuer Märkte, konkrete Marktöffnungen, die Unterstützung der Unternehmen bei der Geschäftsanbahnung und die Präsenz auf wichtigen internationalen Fachmessen setzen aus Sicht der GEFA die richtigen Schwerpunkte. Dabei reicht gerade im Agrar- und Lebensmittelbereich eine politische oder handelspolitische Marktöffnung allein häufig nicht aus. SPS-Verhandlungen, veterinär- und pflanzen gesundheitliche Zertifikate, Zulassungsverfahren und technische Anforderungen entscheiden darüber, ob Unternehmen einen neuen Markt tatsächlich beliefern können. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sind anschließend Marktinformationen, Unternehmerreisen, Kontakte zu Importeuren und internationale Fachmessen wichtige Türöffner. „Diese Instrumente wirken. Sie brauchen aber Verlässlichkeit und Kontinuität“, erklärte GEFA-Sprecher Jan-Bernd Stärk.