Lactalis und ID Logistics haben in Steinau an der Straße ein Kühl-Logistikzentrum für den deutschen Markt eröffnet. Als erste Marke wird Leerdammer an dem Standort eingelagert. Rund 22.000 Palettenstellplätze stehen für Milch- und Käseprodukte bereit. Nach der schrittweisen Anlaufphase soll die zentrale Kühllogistik in den Vollbetrieb übergehen.
Drei Hallen für Frischeprodukte und weitere Marken
Die Logistikimmobilie umfasst insgesamt 33.000 Quadratmeter und besteht aus drei Hallen. Zwei davon bieten auf zusammen 22.000 Quadratmetern temperaturgeführte Flächen für Frischeprodukte. Die Temperatur wird konstant zwischen zwei und fünf Grad Celsius gehalten. Die dritte Halle mit 11.000 Quadratmetern ist derzeit für externe Nutzer verfügbar.
Nach Leerdammer sollen weitere Marken der Lactalis Gruppe in die zentrale Kühllogistik einziehen. Dazu gehören Salakis, Galbani und Kraft aus dem Käsebereich sowie Haydi, MinusL und Frankenland aus dem Frischesegment. Innerhalb der beiden von Lactalis genutzten Hallen sind zusätzliche Flächen für eine spätere Kapazitätserweiterung vorgesehen.
ID Logistics betreibt den Standort als Kontraktlogistiker und entwickelte die Immobilie über einen Zeitraum von drei Jahren gemeinsam mit Scannell Properties. Das Projekt umfasste die Flächenauswahl, die Gebäudekonzeption, die kundenspezifische Intralogistik und den Betrieb. ID Logistics betreibt bereits drei Kühllogistikstandorte für Lactalis in den USA.
Mehr als 900 Produkte für den deutschen Handel
Nach Abschluss der Anlaufphase soll das Zentrum von rund 40 Lactalis-Werken in Europa beliefert werden. Das Sortiment der zentralen Kühllogistik umfasst dann mehr als 900 Produkte. Bestellungen werden einmal täglich aus dem IT-System von Lactalis an das Warehouse-Management-System von ID Logistics übertragen. Die Kommissionierung erfolgt im Zweischichtbetrieb, anschließend werden die Waren für die Auslieferung am Folgetag an den deutschen Groß- und Einzelhandel bereitgestellt.
Bis zu 1.200 Destinationen sollen von Steinau aus bedient werden. ID Logistics rechnet täglich mit jeweils bis zu 2.000 Paletten im Wareneingang und im Warenausgang. Für den Umschlag stehen 22 flexibel nutzbare Rampen zur Verfügung. Ein digitales Slot- und Yard-Management steuert die Lieferverkehre auf dem Gelände und soll die Wartezeiten der Lkw-Fahrer reduzieren.
Durch das Warenlager entstehen 80 Arbeitsplätze. 30 Stellen sind bereits besetzt. Das Team soll schrittweise erweitert werden, insbesondere in der Kommissionierung, im Wareneingang und im Staplerbetrieb.
Ammoniakkühlung und Photovoltaik für den Standort
Die zentrale Kühllogistik arbeitet mit einer Kühlanlage auf Ammoniakbasis. Die dabei entstehende Abwärme wird für das Heizsystem genutzt. Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von zwei Megawattpeak auf dem Dach versorgt das Lager mit Strom. Zur technischen Ausstattung gehören außerdem eine Wärmepumpe und Ladestationen für Elektrofahrzeuge.
Nach Angaben von Lactalis sollen die Gebäudetechnik und die Bündelung der Lieferströme dazu beitragen, Transportwege und den CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Die Konstruktion der Immobilie wurde ebenfalls auf einen verringerten CO2-Einsatz ausgerichtet.
Weitere Informationen unter: www.lactalis-gruppe.de