Ausbildung
Quelle: LVFZ Triesdorf

Labormeisterabsolventen 2026

Die strahlenden frischgebackenen Milchwirtschaftlichen Labormeisterinnen und -meister 2025/2026 mit Klassenhund Theo

Zahlreiche Ehrengäste feierten am 30.07.2026 an der Fachschule für Milchanalytik, Triesdorf, mit sichtlich erleichterten 13 jungen Damen und 2 Herren deren meisterliche Leistungen. Erschöpft, aber überglücklich nahmen sie ihre Urkunden und Zeugnisse entgegen. Diese deutschlandweit einzigartige Triesdorfer Fachschule bringt seit 1990 eine kleine, aber exzellente und gut vernetzte Schar an Leistungsträgern rund um die Milch- und Lebensmittelsicherheit hervor. Vorausgegangen waren umfangreiche Prüfungen am Ende dieser einjährigen Fortbildung, welche die frischgebackenen Milchwirtschaftlichen Labormeisterinnen und Milchwirtschaftlichen Labormeister aus dem hohen Norden sowie dem Süden Deutschlands mit Bravour „gemeistert“ haben. Es mussten umfangreiche und wegen der Hitze zum Ende hin schweißtreibende Schulaufgaben, Kurzarbeiten, die praktische Unterweisungsprüfung, das 6-monatige Arbeitsprojekt, die betriebsbezogene Situationsanalyse, die Fallstudie, schriftliche und mündliche Prüfungen bestanden werden.

„Nach einem intensiven Jahr der Fortbildung haben Sie Ihr Ziel erreicht – Sie haben die Eintrittskarte zum mittleren Management Ihrer Betriebe bekommen“, begrüßte der Leiter des Lehr-, Versuchs- und Fachzentrums (LVFZ) Uwe Mohr die Absolventinnen und Absolventen. „Sie können zukünftig entscheiden, leiten und führen – müssen aber auch die damit verbundene Verantwortung übernehmen“, so sein Appell an die Laborprofis in Sachen Milch. Er bekräftigte sie: „Das nun bestehende Rüstzeug für Ihre zukünftige Karriere und Ihre sehr guten beruflichen Chancen in diesem zu 100 % systemrelevanten und wunderbaren Berufsfeld zu nutzen!“

Power durch Vernetzung am Standort Triesdorf

Ein Indikator für die starke Vernetzung des LVFZ für Milchanalytik mit den anderen Triesdorfer Institutionen waren die weiteren zahlreich erschienenen Ehrengäste. So fanden sich neben der Bayerischen Milchkönigin Julia Decker Stephan Sedlmayer, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), und Günther Felßner, Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) und erster Vorsitzender des Milchwirtschaftlichen Vereins Frankens e. V. (MVF), auch Hans Böll, Mitglied der Vorstandschaft der Vereinigung Ehemaliger Triesdorfer e. V. (VET), der Leiter der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf (LLA) Markus Heinz, der Dekan der Fakultät Landwirtschaft, Lebensmittel und Ernährung an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf Prof. Dr. Wilhelm Pflanz und der Geschäftsführer des MVF Roland Jank in den Festsaal am LVFZ ein.

Nicht aus dem Triesdorfer Cluster kommend, aber das Netzwerk Milch erweiternd, beehrten der Geschäftsführer des Landesverbandes Bayerischer und Sächsischer Molkereifachleute und Milchwirtschaftler e. V. (LBM) Simon Gutensohn sowie der Prüfungsausschussvorsitzende Fritz Baumann die Festgesellschaft mit ihrer Anwesenheit.

Milchkönigin kehrt zu ihren Ausbildungswurzeln in Triesdorf zurück

Die Bayerische Milchkönigin Julia Decker

Die Bayerische Milchkönigin, selbst ausgebildete milchwirtschaftliche Laborantin bei der Privatmolkerei Bauer GmbH & Co. KG in Wasserburg und damit mit Triesdorf stark verwurzelt, lobte in ihrem mit Erinnerungen an die Triesdorfer Zeit gespickten Grußwort das Engagement und Durchhaltevermögen der Prüflinge. Julia Decker betonte die Wichtigkeit des hochqualifizierten Führungskräftenachwuchses für die Milchbranche mit den Worten: „Sie leisten einen immens wichtigen Beitrag, dass Verbraucher den deutschen Milchprodukten absolut vertrauen können – Sie sind die Zukunft unserer Milchwirtschaft!“ Abschließend regte sie die frischgebackenen milchwirtschaftlichen Labormeisterinnen und Labormeister dazu an, „sich neben dem Fachwissen rund um die Milch auch die Freundschaften, das Netzwerk und die Erinnerungen an Eure großartigen Erlebnisse hier in Triesdorf zu erhalten!“

 

 

Grußworte zur Talentschmiede Triesdorf und Festvortrag Günther Felßner

„Heute feiern wir Menschen, die auf höchstem Niveau gelernt haben, Prozesssteuerung, Mikrobiologie sowie Hygiene- und Qualitätsmanagement so einzusetzen, dass jederzeit und selbstverständlich frische, qualitativ hochwertigste Milchprodukte im Regal verfügbar sind“, so der LfL-Präsident Stephan Sedlmayer. „Das LVFZ und die Fachschule für Milchanalytik sind weit mehr als ein Schulstandort, es ist eine Talentschmiede“, erinnerte er die Festgesellschaft an deren herausragende Stellung. „Wer hier seinen milchwirtschaftlichen Labormeister und Bachelor Professional im milchwirtschaftlichen Laborwesen macht, gehört künftig zu denjenigen, die Verantwortung für eine der wichtigsten Branchen Bayerns übernehmen.“ Er betonte die „Systemrelevanz“ des milchwirtschaftlichen Labors und fügte abschließend hinzu: „Die Molkereibranche braucht Menschen wie Sie: bestens aus- und fortgebildet, neugierig, lösungsorientiert und bereit, neue Wege zu gehen. Vergessen Sie nie, worum es letztlich geht: um Lebensmittel, denen täglich Millionen Menschen Vertrauen schenken.“

Festredner Günther Felßner, 1. Vorsitzender MVF und Präsident BBV

Günther Felßner griff in seinem gewohnt mitreißenden Festvortrag immer wieder eine seiner Kernaussagen „Zukunft säen, Vertrauen ernten!“ auf. „Ohne Saat gibt es keine Ernte, heute ist aber Ihr Erntetag“, gratulierte der Präsident des BBV und erste Vorsitzende des MVF zur hart erkämpften obersten Stufe in der beruflichen Bildung. „Triesdorf und die Fachschule für Milchanalytik sind ein Ort, an dem Praxis und Bildung zusammenkommen und aus motivierten Menschen hochqualifizierte Gestalter der künftigen Milchwirtschaft werden!“ Um auf den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Druck optimal reagieren zu können, „braucht die Milchwirtschaft Sie, um verlässliche Produkte von höchster Qualität und damit ihr hohes Image zu sichern!“ Mit Nachdruck wies er die Festgesellschaft auf die zentrale Rolle der Ernährungsindustrie hin: „Fragen zu den vier entscheidenden Zukunftsaspekten Ernährungssicherung, regenerative Energien, grüne Kohlenstoff-Quellen und Ressourcenschutz müssen von ihr beantwortet werden können.“ Günther Felßner begann damit seinen letzten Punkt, „den Anspruch zu haben, das weltweit beste Aus-, Weiter- und Fortbildungslabor hier in Triesdorf verortet zu haben.“ „Der Laborneubau hier in Triesdorf ist Teil dieses Zukunftsvertrages“, unterstrich er die Bedeutung des Leuchtturmprojektes Laborneubau mit aller Vehemenz. Sein Schlussappell richtete sich nochmal explizit an die frischgebackenen Laborprofis: „Wir brauchen Sie als lösungsorientierte Fachleute, feiern Sie Ihre Ernte und ergreifen Sie die Chance, durch Ihr Tun immer wieder neue Saat für unsere starke, vertrauenswürdige und zu 100 % systemrelevante Milchwirtschaft auszubringen!“

Hans Böll setzte in seinem Grußwort als Vertreter des VET auf „Impulse der Gemeinschaft“. „Nicht nur an den äußeren Zeichen, unseren Jacken“, begann er augenzwinkernd, „sondern auch an der Vielzahl an Freundschaften, an unserem weltweiten Netzwerk erkennt man uns.“ Mit „einmal Triesdorfer, immer Triesdorfer“ unterstrich er nachdrücklich „diese Triesdorfer Gemeinschaft“.

Ehrung der Besten

Die überglückliche Beste war Anna Angelina Wenzel – sie durfte sich neben der Auszeichnung für die Meisterprüfung auch über das beste Wirtschafterzeugnis freuen. Für ihre Traumnoten erhielt sie Anerkennung von Roland Jank (MVF) sowie der Bauer-Gruppe. Letztere überreichte Dr. Thomas Kaltenecker (LVFZ) in Form eines Förderpreises über 1.000 € stellvertretend für Sabine Wieland, Leitung Personal, und Josef Antretter, Werksleiter, der Privatmolkerei Bauer GmbH & Co. KG in Wasserburg. Als Zweitbeste wurde Lara Jadwiczek mit einem Gutschein für das Wochenende der jungen Fachleute durch den Geschäftsführer des LBM, Simon Gutensohn, ausgezeichnet. Lilian Isabell Böhme erhielt einen Seminargutschein der muva kempten GmbH für das beste Arbeitsprojekt durch den Prüfungsausschussvorsitzenden Fritz Baumann.

Persönlicher Abschied der Studierenden

Die Klassensprecherinnen Rebecca Hofmann und Jessica Sommer  begannen ihre launige Rede mit einer pointierten Charakterisierung ihrer Mitstudierenden und einer  Zusammenfassung, was man auf dem Weg zum erfolgreichen Abschluss alles so benötigt. „Neben Durchhaltevermögen, Laborkittel, Schutzbrille und Textmarker, brauchten wir vor allem uns und unsere Familien, Freunde, Betriebe sowie Lehrer, die den Glauben an uns nie verloren haben.“ Sie hoben die Verbundenheit untereinander, mit der Fachschule sowie mit den Betrieben als große Milchfamilie hervor. Spürbar wurde dies nicht zuletzt in einer musikalisch umrahmten Fotopräsentation, mit der die Absolventen Highlights des Schuljahres Revue passieren ließen.

Würdigung des Engagements im Prüfungsausschuss

Als letzter feierlicher Akt vor der wohlverdienten Erfrischung am Buffet stand die Verabschiedung einer langjährigen und verdienten Prüferin auf dem Programm. Andrea Kuhn wurde von Uwe Mohr für ihre äußerst engagierte, stets zuverlässige Mitgliedschaft in den beiden Prüfungsausschüssen der Milchanalytik geehrt. „Herzlichen Dank, dass Sie so viel Zeit und Herzblut für dieses Ehrenamt im Sinne des Milchwirtschaftlichen Berufsnachwuchses eingesetzt haben“, so seine Laudatio.

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