Verpackung
Quelle: dvi

Kunststoffrecycling in Gefahr

 

Das Deutsche Verpackungsinstitut e. V. (dvi) fordert gemeinsam mit Unternehmen aus Industrie, Marken, Handel und Recyclingwirtschaft den sofortigen Dialog und umfassende Maßnahmen zur Rettung des Kunststoffrecyclings in Europa

Das Kunststoffrecycling in Europa steht vor dem Aus. Der drohende Strukturverlust in dieser Schlüsselbranche gefährdet Kreislaufziele, Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum und die Unabhängigkeit bei wichtigen Sekundärrohstoffen. In einem offenen Brief an Bundeskanzler Merz, Wirtschaftsministerin Reiche und Umweltminister Schneider ersuchen das Deutsche Verpackungsinstitut e. V. (dvi), Constantia Flexibles, Dirk Rossmann, Werner & Mertz, Remondis Recycling und Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland deshalb den sofortigen Dialog über umfassende Maßnahmen zur Sicherung des Kunststoffrecyclings als strategischen Wirtschaftszweig.

Der offene Brief führt die Gründe für das Marktversagen auf, schildert die Folgen und benennt konkrete Maßnahmen sowie Vorschläge aus der Wertschöpfungskette. „Auch wenn der Krieg gegen den Iran und dessen Folgen für die globale Wirtschaft aktuell einen gegenläufigen Einfluss auf die Rohölpreise haben, ändert das nichts an der langfristigen Situation. Die Verwerfungen in der globalen Wirtschaft zeigen im Gegenteil nur noch deutlicher, wie notwendig ein funktionierendes und wettbewerbsfähiges Kunststoffrecycling in und für Deutschland und Europa ist“, so dvi-Geschäftsführerin Dr. Natalie Brandenburg angesichts der Lage rund um die Straße von Hormus, die erst nach dem Verfassen des offenen Briefes eskalierte.

 

OFFENER BRIEF des Deutschen Verpackungsinstituts e. V. (dvi) und fünf deutscher Unternehmen

Das Kunststoffrecycling in Europa steht vor dem Aus. Der drohende Strukturverlust in dieser Schlüsselbranche gefährdet Kreislaufziele, Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum und die Unabhängigkeit bei wichtigen Sekundärrohstoffen.

 

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,

sehr geehrte Frau Wirtschaftsministerin Reiche,

sehr geehrter Herr Umweltminister Schneider,

Politik, Wirtschaft, NGO und Verbraucher in Deutschland und der EU sprechen sich unisono für mehr Kreislaufwirtschaft und den Einsatz von Rezyklaten aus. Rezyklate senken den Ressourcenverbrauch und CO₂-Ausstoß erheblich.

Dessen ungeachtet befinden sich die nationalen und europäischen Kunststoffrecycler in einer höchst kritischen Situation. Das Fortbestehen einer kompletten Schlüsselbranche ist akut gefährdet. Bis Ende 2025 sind fast eine Million Tonnen Kunststoffrecyclingkapazität durch Werksschließungen und/oder Insolvenzen verloren gegangen. Die Zahl der Schließungen hat sich 2024 gegenüber 2023 verdoppelt. Für 2025 wird eine Verdreifachung gegenüber 2023 erwartet.

Diese Entwicklung gefährdet Arbeitsplätze, Wirtschaftswachstum, Innovation, Klimaziele und unsere Unabhängigkeit im Bereich wichtiger Sekundärrohstoffe. Dem drohenden Strukturverlust in einer Schlüsselbranche der Kreislaufwirtschaft muss jetzt ohne Zögern und Zeitverlust entschieden begegnet werden.

 

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