Unternehmen
Quelle: Hochwald

Innovationen für die Praxis

Der Hochwald Zukunftspreis 2026 ging an die Kleinbielen GbR aus Schwalmtal (Foto: Hochwald)

 

Die Landwirtschaft steht vor vielfältigen Herausforderungen: steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Tierwohl, der Fachkräftemangel sowie der wirtschaftliche Druck auf die Betriebe erfordern neue Lösungsansätze. Digitale Technologien und Künstliche Intelligenz können dabei helfen, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten, Entscheidungen auf Basis belastbarer Daten zu treffen und Ressourcen gezielter einzusetzen. Das achte Hochwald Zukunftsforum griff diese Entwicklungen auf und bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich umfassend über Potenziale und konkrete Einsatzmöglichkeiten moderner Technologien zu informieren. Gleichzeitig stand der persönliche Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und den Mitgliedsbetrieben im Mittelpunkt der Veranstaltung – ganz im Sinne des genossenschaftlichen Gedankens, Wissen zu teilen und gemeinsam die Zukunft der Landwirtschaft zu gestalten.

Den Auftakt machte Prof. Dr.-Ing. Jörg Dörr, Leiter des Lehrstuhls Digital Farming der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU). In seinem Vortrag zeigte er, welche Rolle Daten und Künstliche Intelligenz bereits heute in der Landwirtschaft spielen – von der Erfassung und Verarbeitung betrieblicher Daten bis hin zur Unterstützung konkreter Entscheidungen. „KI ist schon lange in der Landwirtschaft und im Stall angekommen“, zeigte er anhand von praktischen Beispielen.

Wie sieht der Stall der Zukunft aus? Mit dieser Frage beschäftigte sich Andreas Pelzer, Leiter des Versuchs- und Bildungszentrums Landwirtschaft Haus Düsse. In seinem Vortrag ging er darauf ein, wie die Nutzung moderner Technologien und KI-Anwendungen dazu beitragen kann, Tierwohl, Arbeitsabläufe und Betriebsmanagement weiterzuentwickeln. „Wir müssen intelligenter werden. Nicht die Werkzeuge, die wir nutzen, sondern wir. Wir müssen verstehen, wo die Potentiale liegen“, brachte Pelzer seine Perspektive auf den Punkt.

Konkrete Erfahrungen mit KI-gestützten Anwendungen teilte Cord Lilie, Milcherzeuger aus Stemwede, mit den Milcherzeugerinnen und Milcherzeugern. Dabei wurde deutlich, wo KI bereits heute einen praktischen Mehrwert bieten kann: bei der Auswertung von Betriebs- und Tierdaten, bei der Erkennung von Leistungsabfällen und Leistungssteigerungen sowie bei der Unterstützung von Arbeitsprozessen und betrieblichen Entscheidungen.

Immanuel Bär, Mitgründer der ProSec GmbH und als „der gute Hacker“ bekannt, schloss das Vortragsprogramm eindrucksvoll ab. Bei einer Live-Demonstration zeigte er den Teilnehmenden unmittelbar, wie leicht unzureichend geschützte Systeme zum Einfallstor für Cyberangriffe werden können. Ein deutlicher Hinweis, den eigenen Umgang mit digitalen System und Daten im privaten wie betrieblichen Umfeld kritisch zu überprüfen.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung des Hochwald Zukunftspreises. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben. Unter dem Schwerpunkt „Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit“ würdigt die Hochwald Genossenschaft innovative Ideen und zukunftsweisende Konzepte ihrer Mitgliedsbetriebe. Der Zukunftspreis 2026 ging an die Kleinbielen GbR aus Schwalmtal. Mit ihrem Betrieb zeigen sie, wie sich nachhaltige Energieerzeugung, regionale Wärmeversorgung und moderne Tierhaltung miteinander verbinden lassen. Herzstück ist eine Biogasanlage mit einer durchschnittlichen Leistung von 500 kWh, deren Wärme über eine angeschlossene Fernwärmeleitung unter anderem ein örtliches Schulzentrum versorgt. „Wer heute einen erfolgreichen Milchviehbetrieb führt, muss weit mehr leisten, als nur hochwertige Milch zu erzeugen“, betonte Laudatorin Stefanie Sabet, Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes, bei der Preisverleihung.

 

 

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