Verpackung
Quelle: Messe Frankfurt

In der Klemme

Laut Dietmar Flügel, BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, ist der Rückgang des ifo-Geschäftsklimaindex im Verpackungssektor 2024 ist auf das kumulierte Zusammenwirken mehrerer Faktoren zurückzuführen: eine gedämpfte Nachfrage infolge der anhaltenden Rezession und moderater Konjunkturerwartungen in Deutschland, eine hohe makroökonomische und geopolitische Volatilität, die wiederum die Investitionsbereitschaft negativ beeinflusst, hohe Material- und Energiekosten, ein hoher internationaler Wettbewerbsdruck, Fachkräftemangel und ein hoher Grad an Bürokratisierung. Diese Faktoren beeinträchtigen allerdings nicht nur die Verpackungsindustrie, sondern spiegeln die aktuell angespannte Lage in weiten Teilen der deutschen Industrie wider.

Viele Verpackungsunternehmen verzeichnen rückläufige Umsätze und berichten von einer ausbaufähigen Auftragslage, was wiederum zu einer Verringerung der Kapazitätsauslastung führt. Infolgedessen erwägen Unternehmen zunehmend temporäre Produktionsanpassungen, wie die Reduzierung von Schichten oder die vorübergehende Stilllegung einzelner Anlagen, um auf die schwankende Nachfrage reagieren zu können. Insgesamt steigen die Anforderungen an die operative und technologische Flexibilität von Verpackungsunternehmen, um für situative Herausforderungen und Krisen adäquat gewappnet zu sein.

Mittel- bis langfristig wird es zwangsläufig zu wesentlichen Veränderungen in den Maschinenparks von Verpackungsherstellern kommen. Einschneidende Gesetzesänderungen in der Kreislaufwirtschaft erfordern bei den Unternehmen zeitkritische Investitionen zur Einhaltung neuer Umweltnormen, wie der EU-Verpackungsverordnung (PPWR). Um ihre langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und regulatorische Vorgaben einzuhalten, müssen Unternehmen ihre Prozesse und Inputmaterialien so umstellen, dass sie Kreislaufwirtschaftskonzepte, Ressourceneffizienz und den Einsatz von Rezyklaten dauerhaft integrieren, ohne idealerweise einen Kompromiss bei der funktionalen Leistungsfähigkeit ihrer Endprodukte einzugehen.

 

Mehr Informationen über die Verpackungsbranche und ihre Reaktion auf das ökonomische Umfeld gibt es auf der kommenden Fachmesse interpack 2026

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