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Quelle: MEG Milch Board

Fusion ohne Vorteile für Milcherzeuger

 

Nichts Gutes erwartet die MEG Milch Board von der geplanten Fusion von DMK und Arla, jedenfalls nicht für die Milcherzeuger oder die Konsumenten. „Im Gegenteil,“ ist sich der Vorstandsvorsitzende Frank Lenz sicher, „es würde zu einer weiteren Markt- und Machtkonzentration führen und den Wettbewerb weiter einschränken.“

„Wenn diese beiden Konzerne fusionieren, würden sie knapp 13 Prozent der in Europa produzieren Milch verarbeiten. Für uns Milcherzeuger ist laut EU-Milchpaket bei einer Bündelungsgrenze von 4 Prozent der EU-Milchmenge Schluss. Selbst wenn wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, können wir eine solche Macht nicht erreichen. Das zeigt, wie absurd das Ganze ist. Hier sind eindeutig die Kartellbehörden gefordert!“

Sowohl DMK als auch Arla verstehen sich als Genossenschaften, die im Eigentum der Erzeuger stehen. Davon haben sie sich nach Ansicht von Lenz schon lange entfernt: „Mit der Umsetzung des Vertreterprinzips und der Auslagerung von Verarbeitung und Vertrieb in nachgelagerte Kapitalgesellschaften haben die einzelnen Genossen sehr wenig Einflussmöglichkeiten. Aber dennoch hätten die Konzerne schon jetzt auf Grund ihrer Größe und der Menge der verarbeiteten Milch die Möglichkeit, am Markt entschlossener für die Interessen ihrer Eigentümer, also der Milcherzeuger einzutreten. Trotz aller Beteuerungen der Konzernlenker, sich für die Milcherzeuger einzusetzen, ist das in den letzten Jahrzehnten nur unzureichend erfolgt. Das belegen unser Milch Marker Index und die Studien zur Wertschöpfung der Molkereien einwandfrei. Schon deshalb muss die Vertragspflicht für alle, auch für Genossenschaften, umgesetzt werden. Damit könnten alle Beteiligten vorausschauend planen und eine höhere Wertschöpfung für die Milch erzielen.“

Zudem fordert die MEG Milch Board, dass eine Genehmigung des Zusammenschlusses nicht erfolgen sollte, bevor nicht eine flächendeckende Vertragspflicht mit festen Preisen und Mengen eingeführt ist. Nur hierdurch werden, wie das Bundeskartellamt in seiner Sektoruntersuchung Milch bereits 2012 feststellte, die Erzeuger in die Lage versetzt, am Markt teilzunehmen. Eine weitere Konzentration auf Seiten der Molkereien ohne gleichzeitige Eröffnung von Wettbewerb durch die Möglichkeit, Preise und Mengen eigenverantwortlich zu verhandeln, schwächt die Erzeuger erneut und steht ihren Interessen diametral entgegen. Würde es den Fusionspartnern tatsächlich auch um die Belange der Milcherzeuger und deren Stärkung gehen, so würden sie selbst an einer Umsetzung der genannten Punkte mitwirken und diese mit Nachdruck verfolgen.

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