Heute ist die Verpackung nicht mehr nur der letzte Schritt vor dem Versand, sondern der Bereich, in dem Lebensmittelhersteller gleichzeitig dem Druck durch Sicherheitsanforderungen, Vorgaben des Einzelhandels, Kosten und personelle Engpässe ausgesetzt sind. Und da die Abläufe am Ende der Produktionslinie eng miteinander verknüpft sind, können kleine Probleme wie ein Etikettierungsfehler, eine fehlerhafte Verpackung oder ein paar Minuten Ausfallzeit schnell zu Nacharbeiten, Ausschuss und versäumten Lieferterminen führen.
Laut Premier Tech Systems and Automation werden fünf Trends die Lebensmittelverpackungslinien im Jahr 2026 neu gestalten:
Trend 1 – Lebensmittelsicherheit von Anfang an in die Verpackung integrieren
Die Erwartungen von Aufsichtsbehörden und Verbrauchern an die Lebensmittelsicherheit werden weiter steigen. Verpackung ist heute mehr als nur Logistik; sie ist ein unverzichtbares Instrument zum Schutz der Produktintegrität und zur Verringerung von Kontaminationsrisiken. Als erste Verteidigungslinie muss die Sicherheit von Anfang an in den Verpackungsprozess integriert werden, anstatt erst im Nachhinein berücksichtigt zu werden.
Der Schwerpunkt der Lebensmittelsicherheit hat sich von der Reaktion auf Kontaminationen hin zu deren Prävention verlagert. Makellose Herstellung, robuste Verpackungen und strenge Kontrollen an der Produktionslinie sind heute unerlässlich. Bis Mitte 2025 gab es 2.518 gemeldeten Rückrufaktionen in der EU und im Vereinigten Königreich. Abgesehen von immensen Kosten führen diese Rückrufaktionen zu erheblicher Lebensmittelverschwendung, Reputationsschäden und finanziellen Forderungen.
Auf der Interpack präsentiert Premier Tech Systems and Automation die BFH-Serie, eine hygienische Offenmündungs-Beutelverpackungsmaschine aus dem CHRONOS-Portfolio. Sie zeichnet sich durch einfache Reinigung und integrierte Qualitätskontrolle aus, darunter:
• EHEDG-konformes Design und eine herausziehbare Schraube für eine einfache und vor allem sichere Reinigung.
• Inline-Prüfung zur Überprüfung der Siegelqualität und zur Metalldetektion.
• Etikettenprüfung zur Überprüfung der Richtigkeit von Datumscodes, Barcodes und Chargeninformationen.
• Kontrollwiegen zur Bestätigung von Gewichten und Stückzahlen.
• Automatische Aussortierung nicht konformer Beutel mit vollständiger Rückverfolgbarkeit der Charge.
Diese Funktionen minimieren Risiken, indem sie Probleme frühzeitig erkennen und die Qualität bei Liniengeschwindigkeit aufrechterhalten.
Trend 2 – Einsatz von Automatisierung und Robotik zur Bewältigung des Arbeitskräftemangels
Arbeitskräftemangel und Personalfluktuation zwingen Lebensmittelhersteller dazu, den Betrieb ihrer Verpackungslinien zu überdenken. Anstatt sich auf manuelle Aufgaben zu verlassen, für die sich nur schwer Personal finden lässt, investieren Unternehmen in Automatisierung und Robotik, um die Produktionsleistung zu stabilisieren. Das Ziel ist einfach: eine konstante Leistungsfähigkeit unabhängig von der Verfügbarkeit von Arbeitskräften.
Für viele Lebensmittelhersteller stellt sich nicht mehr die Frage, ob sie automatisieren sollen, sondern wo.
Auf der Interpack präsentiert Premier Tech Systems and Automation “TOMA”, eine Lösung für kollaborative Roboter (Cobots). Das System wurde speziell für hohe Personalfluktuation und Herausforderungen bei der Personalbeschaffung entwickelt; sein „friendustrial“-Design sorgt dafür, dass die Anlage intuitiv und wiederholgenau ist. Dadurch können Teams neue Bediener schnell einarbeiten, sodass die Leistungsfähigkeit der Anlage nicht mehr von einigen wenigen, sehr erfahrenen Spezialisten abhängt.
Trend 3 – Mit dem Handel Schritt halten: schnellere Umrüstungen und flexible Verpackungslinien
Der Druck nach mehr Flexibilität kommt vom Markt, nicht nur aus der Produktion. Händler und Verbraucher verlangen mehr Vielfalt und kanalspezifische Anforderungen, was zu häufigen Umstellungen bei Verpackungen und Rezepturen führt. Da sich die Produktpalette um neue Formate und „Better-for-you“-Optionen erweitert, muss der Betrieb kleinere Losgrößen und schnellere Umstellungen bewältigen. Das Ziel ist es, die gestiegene Vielfalt zu bewältigen, ohne dabei an Geschwindigkeit oder Qualität einzubüßen.
Premier Tech Systems and Automation bietet in der BFH-Serie eine intuitive Benutzeroberfläche für schnelle Umrüstungen und automatische Dosierung. Diese Funktion optimiert den Abfüllvorgang kontinuierlich hinsichtlich Durchsatz und Genauigkeit, ohne dass ständige Eingriffe des Bedieners erforderlich sind. Durch die automatische Anpassung an Produktfluss und -dichte gewährleistet sie eine gleichbleibende Leistung und eine schnellere Einarbeitung. Das Ergebnis sind perfekt befüllte Beutel, minimale Produktverluste und ein zuverlässiger Betrieb Schicht für Schicht.
Trend 4 – Nachhaltigkeit in einen Kosten- und Leistungsvorteil verwandeln
Nachhaltigkeit wird zunehmend mit der Unternehmensleistung verknüpft. Für Lebensmittelhersteller liegen die größten Vorteile in Verpackungsentscheidungen, die Abfall reduzieren, die Produktintegrität schützen und die Gesamtkosten senken, während gleichzeitig die Erwartungen der Einzelhändler und neue Vorschriften erfüllt werden.
Lebensmittelabfälle rücken zunehmend in den Fokus der Regulierungsbehörden. Für Hersteller geht dieses Thema über Sicherheit und Compliance hinaus und betrifft auch die Messgenauigkeit, die für Qualität und Rentabilität von entscheidender Bedeutung ist.
Beim Wiegen ist „Genauigkeit“ keine einzelne perfekte Zahl, sondern eine zuverlässige Leistung innerhalb der Toleranzen. Um dies zu beherrschen, müssen Hersteller zwischen zwei Schlüsselkonzepten unterscheiden: Genauigkeit (in Gramm) und Standardabweichung (Sigma oder σ).
Hochwertige Wägesysteme bieten erhebliche finanzielle Vorteile, indem sie Produktverluste, Ausschuss und Nacharbeit minimieren.
Trend 5 – Verpackungsdaten in Betriebszeit und Kostenkontrolle umsetzen
Steigende Erwartungen an die Lieferzuverlässigkeit bedeuten, dass Verpackungslinien eine konstante Produktionsleistung aufrechterhalten müssen. Um den Durchsatz zu sichern und Risiken zu minimieren, setzen Hersteller zunehmend auf Vernetzung und vorbeugende Wartung.
Verpackungslinien für Lebensmittel entwickeln sich zu vernetzten, leistungsgesteuerten Anlagen. Durch die Integration in Werkssysteme wie MES und ERP können Hersteller ihre Anlagen in Echtzeit überwachen und schneller auf Leistungsabweichungen reagieren. Vernetzte Anlagen unterstützen die tägliche Abwicklung durch:
• Echtzeit-Einblick in Durchsatz, Mikro-Stillstände und Geschwindigkeitsverluste.
• Einblicke in die Gesamtanlageneffektivität (OEE), Ursachen für Ausfallzeiten und wiederkehrende Probleme.
• Dashboards, die Teams dabei helfen, Verbesserungsmaßnahmen zu priorisieren.
• Ferndiagnose zur Beschleunigung der Fehlerbehebung standortübergreifend.
Das Ergebnis ist eine Verpackungslinie, die einfacher zu verwalten und zu optimieren ist und auf die man sich für eine konstante Produktionsleistung verlassen kann.
Um vorausschauende Strategien umsetzbar zu machen, müssen Hersteller Maschinendaten konsistent auswerten. Das Konzept „Necton“ schafft Mehrwert, indem es Premier Tech-Anlagen vernetzt und Rohdaten über eine sichere, cloudbasierte Plattform in Erkenntnisse umwandelt, um:
• Trends zu überwachen und Anomalien zu erkennen, um Ausfallzeiten zu verhindern.
• Verbesserungsmöglichkeiten bei kurzen Stillständen, Umrüstungen und der Geschwindigkeit zu identifizieren.
• Proaktive Planung zu unterstützen und Teams von reaktivem „Feuerwehreinsatz“ zu befreien.
Foto: Premier Tech Systems