Bildquelle: IKK
Verpackung
Quelle: Franhofer IVV

Farblich ansprechend und schadstofffrei

Wie die Rückgewinnung von Kunststoffen aus komplexen Kunststoff-Gemischen gelingt, zeigt das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV auf der Messe K vom 8.-15. Oktober in Düsseldorf. Mit dem im Fraunhofer IVV entwickelten lösemittelbasierten Recyclingprozess können verschiedenste Kunststoffe von Verpackungen, aber auch aus den Bereichen Automotive, Elektronik, Bau und Textil recycelt und zu hochreinen Kunststoffrezyklaten verarbeitet werden. So werden Abfallfraktionen, die mit klassischen Recyclingprozessen nach dem Stand der Technik nicht recycelbar sind, mit dem lösemittelbasierten Verfahren für eine Kreislaufwirtschaft verfügbar. Das Fraunhofer IVV präsentiert sich am Stand des Fraunhofer Cluster Circular Plastics Economy CCPE in Halle 7.0, Stand 70SC05 unter dem Motto »Bridge the Gap to Circularity«.

Das lösemittelbasierte Recyclingverfahren ist vielseitig einsetzbar. Dr. Andreas Mäurer (Foto: Fraunhofer) steht während der Messe K für Fragen rund um die Implementierung des Verfahrens und zur Gewinnung hochwertiger Kunststoffrezyklate zur Verfügung. Er leitet im Fraunhofer IVV die Verfahrensentwicklung Polymer-Recycling und ist Ansprechpartner im Research Department Advanced Recycling des Fraunhofer CCPE. »Selbst schwierig zu recycelnde Kunststoffe gewinnen wir mit dem lösemittelbasierten Recycling zurück«, erläutert Dr. Mäurer. Es bietet gegenüber mechanischen Trennverfahren den Vorteil, dass das Zielpolymer selektiv in Lösung gebracht und in hoher Reinheit zurückgewonnen werden kann. Fremdpolymere und andere Feststoffe bleiben ungelöst und werden effektiv abgetrennt. Gelöste Verunreinigungen wie Flammschutzmittel, Weichmacher, Abbauprodukte und Gerüche werden durch spezifische Lösungsmittel separiert, sodass ein hochreiner Recyclingkunststoff entsteht. Das lösemittelbasierte Recycling ist ein physikalischer Prozess und eine effektive Alternative zum chemischen Recycling. Denn die Polymere werden nicht abgebaut und eine Polymerisation aus chemisch recycelten Rohstoffen ist nicht erforderlich. Um das lösemittelbasierte Recycling in den Industriemaßstab zu skalieren und Rezyklatmengen für industrielle Anwendungstests herzustellen steht im Fraunhofer IVV ein Großtechnikum zur Verfügung. Für die Umsetzung des Verfahrens auf industrielle Anlagen sucht das Fraunhofer IVV Partner.

Mit dem lösemittelbasierten Recyclingverfahren können Unternehmen aus verschiedenen Branchen die ehrgeizigen Ziele der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR) erreichen. Das Verfahren ist breit einsetzbar, es eignet sich sowohl für flexible als auch für formstabile Verpackungen. Unter Beachtung der Lebensmittelsicherheit erfüllt es die besonderen Anforderungen an die Reinigungseffizienz. Mit dem lösemittelbasierten Recyclingverfahren konnten sowohl für leichtflüchtige als auch für bereits mittelflüchtige Kontaminanten eine Reinigungseffizienz von bis zu 99,8 % erreicht werden. Das Verfahren ermöglicht das Kunststoffrecycling aus flexiblen Verpackungsabfällen und den Einsatz der Rezyklate bei der Herstellung neuer Verpackungen für sensible Füllgüter. Die

Verwandte Artikel

A n z e i g e

Papierfabrik Niederauer Mühle: PaperLoop

Neues Wellpappenrohpapier mit garantiertem Anteil recycelter Getränkekartonfasern...
News

Schluss mit der Belastungsspirale

Neue Steuern, mehr Bürokratie und steigende Kosten bremsen Unternehmen aus...
ki-beitragsbild-130-20261008-123842
News

BMI plant High-Protein-Käselinie

Die BMI Käselinie soll das Sortiment der Genossenschaft erweitern und...
News

Zuckersteuer verteuert Getränke und schafft neues Bürokratiemonster

Verbände fordern Bundesregierung und Bundestag auf, das Vorhaben zu stoppen...
Länderbericht

Feta unter Preisdruck

Schafsmilch wird immer knapper...
KlimaStaR Milch: Ressourceneffizienz und Klimaschutz in der Schweizer Milchproduktion
News

KlimaStaR Milch senkt Nahrungsmittelkonkurrenz

Im vierten Projektjahr erreicht KlimaStaR Milch der Emmi-Gruppe Fortschritte bei...
News

Energieeffizienz beginnt bei der Dämmung

Wie Unternehmen mit technischer Isolierung dauerhaft Energiekosten senken...
Nach oben scrollen