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Quelle: FrieslandCampina

Ergebnis unter Druck

Jan Derck van Karnebeek, CEO der Royal FrieslandCampina, kommentiert das Ergebnis des ersten Geschäfts-Halbjahres wie folgt: „Im ersten Halbjahr 2026 herrschte auf dem Markt für Molkereiprodukte ein sehr starkes Ungleichgewicht. Weltweit war das Milchangebot hoch, die Nachfrage nach Basismolkereiprodukten war hingegen geringer. Das drückte die Preise, Gewinnspannen und unser Betriebsergebnis. Außerdem überstieg in Nordwesteuropa das Milchangebot die verfügbare Verarbeitungskapazität, wodurch zusätzliche Mengen nicht immer zu Produkten mit der höchsten Wertschöpfung verarbeitet werden konnten. Andererseits sahen wir auch positive Entwicklungen. Das Verkaufsvolumen stieg auf fast allen Märkten und wir profitierten vom positiven Proteintrend. Auch unsere Fokussierung auf Produkte mit höherer Wertschöpfung, auf Kostenkontrolle und kommerzieller Durchführung zahlte sich aus. Die Verbesserung des Betriebsergebnisses bei den Business Groups Europe, Asia, Ingredients sowie Middle East, Pakistan & Africa verdeutlicht die Wirkung dieser Entscheidungen.”

In der Business Group Asia trug der Schwerpunkt auf nährstoffreichen und erschwinglichen Milchprodukten zum Wachstum des trinkfertigen Milchsegments in Indonesien und Malaysia bei.
Indonesien wies dabei einen Aufschwung gegenüber dem Vorjahr auf. Außerdem leistete die Business Group Specialised Nutrition weiterhin einen starken Beitrag, wobei die Kinderernährungsmarke Friso ihre Position in die  Prioritätsmärkten weiter stärkte.

Umsatz stabil, Betriebsergebnis unter Druck und Cashflow verbessert
Die Umsatzerlöse der ersten Jahreshälfte 2026 lagen bei über 6,8 Milliarden Euro, was gegenüber der ersten Jahreshälfte 2025 nahezu stabil war. Dies war die Folge des Wachstums bei Produkten mit hoher Wertschöpfung und des Beitrags von Milcobel und Wisconsin Whey Protein, die teilweise einen Ausgleich für die negative Auswirkung der niedrigeren Preise für
Basismolkereiprodukte, einen größeren Anteil von Basismolkereiprodukten im Produkt-Mix und Wechselkursauswirkungen bewirkten.
Das Betriebsergebnis sank auf 269 Millionen Euro, gegenüber 363 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025. Das hohe Milchangebot und die niedrigeren Preise für Basismolkereiprodukte
setzten vor allem die Produktpalette der Basismolkereiprodukte unter Druck. Teilweise wurde dies ausgeglichen durch die starke Entwicklung der Proteinmärkte, Wachstum von Produkten mit
höherer Wertschöpfung und Kosteneinsparungen über das Verbesserungsprogramm Performance+, Standardisierung und Zentralisierung. Das Nettoergebnis belief sich auf
138 Millionen Euro (1. Hj 2025: 230 Millionen Euro).

Gemischtes Bild bei den Business Groups
Die Leistungen der Business Groups zeigten ein gemischtes Bild. Professional und Retail & Americas erzielten Mengenwachstum, verzeichneten aber aufgrund von Preisdruck, einem
weniger günstigen Produkt-Mix und Druck auf Basismolkereiproduktekategorien ein rückläufiges Betriebsergebnis. Asia wies einen Ergebnisaufschwung auf, der durch den Aufschwung in
Indonesien unterstützt wurde. Ingredients erzielte Mengenwachstum, höheren Umsatz und ein höheres Betriebsergebnis, was durch die positive Entwicklung der Proteinmärkte und den Beitrag von Wisconsin Whey Protein unterstützt wurde. Middle East, Pakistan & Africa erzielte ein höheres Betriebsergebnis als im Vorjahr. Trotz geopolitischer Spannungen in Teilen des Nahen Ostens konnten die Tätigkeiten in der Region größtenteils stattfinden, was unter anderem dem Einsatz der dortigen Kolleginnen und Kollegen zu verdanken war. Die Aktivitäten in Nigeria und Pakistan leisteten einen bedeutenden Beitrag zu dieser Verbesserung. Europe erzielte ein höheres Betriebsergebnis, was auf starkes Mengenwachstum, einen besseren Produkt-Mix, eine weitere Vereinfachung der Organisation sowie Marktanteilsgewinne bei einem Großteil der Prioritätsmarken zurückzuführen war. Specialised Nutrition leistete weiterhin einen
bedeutenden Beitrag zum Betriebsergebnis von FrieslandCampina, obgleich das Ergebnis aufgrund negativer Wechselkursauswirkungen und zusätzlichen Investitionen in die Marke Friso
unter dem Vorjahresergebnis lag. Andererseits gewann Friso auf allen Prioritätsmärkten Marktanteile hinzu.

 
Anfang Januar 2026 vollendete FrieslandCampina die Fusion mit Milcobel und die Übernahme von Wisconsin Whey Protein. Die Integration von Milcobel verläuft planmäßig und trägt zur
Vergrößerung bei, sowie zu einer stärkeren Marktposition, einer breiter gefächerten Produktpalette und einer größeren europäischen Basis. Schneller als erwartet, werden Synergien
erzielt. Auch die Integration von Wisconsin Whey Protein in FrieslandCampina Ingredients verläuft planmäßig und verstärkt die Position bei hochwertigen Molkeproteinen sowie die Position
auf dem nordamerikanischen Inhaltsstoffe-Markt.
Im Produktionsnetzwerk richtet FrieslandCampina sich auf die weitere Optimierung von Kapazität, Effizienz und Produktpalette aus. Das Unternehmen kündigte ein Investitionsprogramm von über 90 Millionen Euro für technische Verbesserungen in Bedum, Veghel und Workum (Niederlande) an, die auf die steigende Nachfrage nach hochwertigen Protein-Inhaltsstoffen ausgerichtet sind. In Lochem (Niederlande) wurde die Kapazität mit neuen Butteranlagen erweitert und in Leeuwarden (Niederlande) wurde die Produktion an der Nordseite des Standorts beendet.

Milchanlieferung, Garantiepreis und Milchpreis
Der Anstieg des Milchangebots in Nordwesteuropa, der in der zweite Jahreshälfte 2025 eingesetzt hatte, führte im ersten Halbjahr 2026 bei FrieslandCampina zu einer höheren Milchanlieferung. Die Anlieferung von Mitgliedermilch stieg um 18,5 Prozent auf 5.443 Millionen Kilogramm gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 (1. Hj 2025: 4.595 Millionen Kilogramm). Mehr als die Hälfte dieses Anstiegs ist auf die Fusion mit Milcobel zurückzuführen. Der restliche Anstieg stammt von neuen Mitgliedern infolge von Mitgliederwerbung und autonomem Wachstum. Dies stellt eine Trendwende gegenüber den Vorjahren dar, in denen die Milchanlieferung rückläufig war.
Der Garantiepreis belief sich auf 40,49 Euro pro 100 Kilogramm Milch und der Pro-Forma Milchpreis belief sich 43,09 Euro pro 100 Kilogramm Milch im Vergleich zu 55,63 Euro und 59,66
Euro ein Jahr zuvor.

Aussichten
FrieslandCampina erwartet in der zweiten Jahreshälfte 2026 weiteres Mengenwachstum, vor allem in Milchproduktesegmenten mit höherer Wertschöpfung, unterstützt durch einen günstigen
Markt für hochwertige Proteine. Voraussichtlich wird das Betriebsergebnis in der zweiten Jahreshälfte 2026 höher sein als in der zweiten Jahreshälfte 2025. Zwar scheinen sich die Märkte
für Basismolkereiprodukte zu stabilisieren, doch Gewinnspannen und Betriebsergebnisse reagieren auf Entwicklungen von Angebot und Nachfrage, unter anderem auf eventuelle
Auswirkungen extremer Witterungsbedingungen auf Milchproduktion und Rohstoffmärkte, Preisschwankungen, geopolitische Spannungen, Wechselkursauswirkungen und Vorschriften.

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