Das Wachstum hat eine neue Dynamik bekommen. Besonders auffällig ist einmal mehr die Rolle der Discounter. Sie entwickeln sich zunehmend zu zentralen Wachstumstreibern, indem sie Bio-Produkte stärker ins Sortiment integrieren und vor allem über den Preis positionieren. Dass inzwischen bereits 65 Prozent des Bio-Umsatzes in Deutschland über den konventionellen Einzelhandel laufen, zeigt, wie stark sich Bio in die klassischen Handelsstrukturen verschoben hat.
Bio wird somit erschwinglicher und alltagstauglicher. Für Erzeuger, Verarbeiter und Fachhandel bedeutet es jedoch auch wachsenden Preisdruck. Die Frage lautet immer öfter: Wie lässt sich Bio glaubwürdig weiterentwickeln, wenn der Wettbewerb zunehmend über günstige Einstiegsprodukte läuft?
Parallel entsteht ein zweites Wachstumsfeld: Foodservice. In vielen Ländern wächst Bio hier dynamischer als im klassischen Einzelhandel. Ein Trend, der sicher auch in Deutschland enormes Potenzial hat. Kantinen, Mensen, Catering und Gemeinschaftsverpflegung könnten zu wichtigen Hebeln werden, um Bio nicht nur als Konsumentscheidung, sondern als Teil einer nachhaltigen Ernährungspolitik zu etablieren. Gerade hier geht es nicht nur um Umsatz, sondern um gesellschaftliche Wirkung: Bio in Schulen, Kliniken oder Betrieben erreicht neue Zielgruppen und schafft Sichtbarkeit jenseits des Supermarktregals.
Die kommenden Jahre werden zeigen, ob es gelingt, Wachstum und Anspruch in Balance zu halten.