Rüdiger Fricke und Anna-Christina Wegner
Bildquelle: Gläserne Molkerei
Bio
Quelle: Gläserne Molkerei GmbH

Der Bio-Milchmarker-Index

Die Gläserne Molkerei verankert – eigenen Angaben zufolge – als erstes Unternehmen in Deutschland verbindlich Erzeugungskosten in der Preisbildung für Biomilch. Am 29. Januar 2026 unterzeichneten Geschäftsführer Rüdiger Fricke und Anna-Christina Wegner (MEG MilchBoard, Geschäftsfeld Biomilch Nord-Ost) eine Zusatzvereinbarung zum bestehenden Liefervertrag. Kern ist die Integration des Bio-Milchmarkerindex (Bio-MMI) in den Auszahlungspreis.

Das Geschäftsfeld Biomilch Nord-Ost bündelt rund 23 Millionen Kilogramm Biomilch von 27 Betrieben. Mit der neuen Regelung wird ein fester Anteil der tatsächlichen Kosten- und Erlössituation im Milchpreis berücksichtigt. Zwar deckt der Preis die Biomilcherzeugungskosten noch nicht vollständig, doch die Molkerei erkennt die wirtschaftliche Lage der Höfe erstmals verbindlich an und setzt auf mehr Transparenz und Fairness entlang der Wertschöpfungskette.

Flankiert wird das Modell durch langfristige Lieferverträge, die Planungssicherheit schaffen sollen. Fricke betont die Bedeutung verlässlicher Rohstoffsicherung in einem angespannten Biomilchmarkt und spricht von einem notwendigen Wandel im Marktverständnis. Wegner sieht in der Vereinbarung einen wichtigen ersten Schritt, fordert jedoch perspektivisch Drei-Seiten-Verträge zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Handel, um kostendeckende und „enkeltaugliche“ Biomilchpreise zu erreichen.

Verwandte Artikel

Verpackung

Bündelpacker für nachhaltige Transportverpackungen

Hugo Beck auf der interpack 2026...
Verpackung

Präsenz auf dem europäischen Verpackungsmarkt erweitert

Antalis übernimmt Hein Verpackungen...
Unternehmen

Neustart für Wiemo

"Yömilch" will mehrere Millionen Euro investieren...
Sortiment

Das Käse-Regal wird zur Bühne

Die „KUHle Affäre“ der Albert Herz GmbH ist ein rotierendes...
Markt

Hedging wie bei den Großen

Absicherungsstrategien werden auch für kleinere Molkereien wichtig...
Unternehmen

Fonterra legt Rechtsstreit bei

Greenpeace moniert fehlerhafte Werbeaussage...
Nach oben scrollen