Das Ressourcenprojekt KlimaStaR Milch umfasst 219 Milchbetriebe mit einer jährlichen Produktion von rund 73 Millionen Kilogramm Milch. Getragen wird die Initiative von Emmi, Nestlé, Aaremilch, ZMP und AgroCleanTech mit Unterstützung des Bundesamtes für Landwirtschaft. Im Mittelpunkt stehen Klimaschutz, Standortangepasstheit und Ressourceneffizienz in der Milchproduktion.
Weniger Nahrungsmittel- und Flächenkonkurrenz
Im Rahmen von KlimaStaR Milch setzen die teilnehmenden Betriebe verstärkt auf Futtermittel, die nicht in direkter Konkurrenz zur menschlichen Ernährung stehen. Dazu gehören Nebenprodukte aus der Lebensmittelherstellung. Gleichzeitig wurde die Kraftfutterintensität reduziert. Seit Projektbeginn sank die Nahrungsmittelkonkurrenz um rund 23 Prozent. Das Projektziel einer Verringerung um 20 Prozent wurde damit bereits überschritten.
Die Flächenkonkurrenz liegt mittlerweile 15 Prozent unter dem Ausgangswert. Die Betriebe erzeugen mehr Milch und tierisches Protein auf derselben oder einer nur geringfügig größeren Fläche. Besonders deutlich fallen die Fortschritte bei den Betrieben in der Talzone aus.
Emissionen je Kilogramm Milch reduziert
Bei KlimaStaR Milch wurden die Treibhausgasemissionen pro Kilogramm Milch seit Projektbeginn relativ um rund acht Prozent verringert. Weitere Reduktionen sind nach Projektangaben unter anderem mit hohen Investitionen und langen Planungshorizonten verbunden. Zudem lagen die Ausgangswerte der Treibhausgasemissionen in der Schweiz niedriger als ursprünglich angenommen und auch unter den internationalen Vergleichswerten.
Durch Anpassungen der Produktionssysteme reduzierten die Betriebe im jüngsten ausgewerteten Projektjahr die Emissionen pro Kilogramm Milch um 66 Gramm CO₂-Äquivalente. Da die gesamte Milchproduktion seit dem Projektstart gestiegen ist, nahmen die absoluten Emissionen leicht zu. Sie blieben jedoch unter dem Niveau, das ohne die umgesetzten Maßnahmen entstanden wäre. Hochgerechnet auf 73 Millionen Kilogramm Milch entspricht die Differenz knapp 5.000 Tonnen CO₂-Äquivalenten gegenüber dem ursprünglichen Produktionssystem.
In den verbleibenden zwei Projektjahren sollen die Betriebe durch gezielte Beratung und individuelle Begleitung weitere Reduktionspotenziale erschließen. Teilnehmer, die ihre Treibhausgasemissionen sowie die Nahrungsmittel- und Flächenkonkurrenz bereits deutlich gesenkt haben, sollen ihre Erfahrungen mit anderen Betrieben von KlimaStaR Milch teilen.
Klimarechner für Schweizer Milchproduzenten
Auf Grundlage der Erkenntnisse aus KlimaStaR Milch hat die Branchenorganisation Milch einen Klimarechner entwickelt. Dieser steht allen Milchproduzenten in der Schweiz zur Verfügung. Die Betriebe können damit die Treibhausgasemissionen und die Nahrungsmittelkonkurrenz ihrer Milchproduktion berechnen sowie mögliche Optimierungsmaßnahmen bestimmen.
Die im Projekt erarbeiteten Methoden sollen über die teilnehmenden Betriebe hinaus in der Schweizer Milchbranche angewendet werden. Dazu zählen eine klimafreundlichere Produktion sowie die verstärkte Nutzung von Gras und Nebenprodukten aus der Lebensmittelherstellung.