Das achte Hochwald Zukunftsforum befasste sich mit dem Einsatz digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz in der Landwirtschaft. Im Mittelpunkt standen Anwendungen für Betriebsmanagement, Tierhaltung und Arbeitsprozesse sowie der Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Mitgliedsbetrieben.
Daten und KI im landwirtschaftlichen Betrieb
Prof. Dr.-Ing. Jörg Dörr, Leiter des Lehrstuhls Digital Farming der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau, erläuterte beim Hochwald Zukunftsforum die Bedeutung von Daten und Künstlicher Intelligenz. Dabei behandelte er die Erfassung und Verarbeitung betrieblicher Daten sowie deren Nutzung für Entscheidungen. „KI ist schon lange in der Landwirtschaft und im Stall angekommen“, sagte Dörr.
Andreas Pelzer, Leiter des Versuchs- und Bildungszentrums Landwirtschaft Haus Düsse, beschäftigte sich mit dem Stall der Zukunft. Er zeigte, wie moderne Technologien und KI-Anwendungen bei der Weiterentwicklung von Tierwohl, Arbeitsabläufen und Betriebsmanagement eingesetzt werden können. „Wir müssen intelligenter werden. Nicht die Werkzeuge, die wir nutzen, sondern wir. Wir müssen verstehen, wo die Potentiale liegen“, sagte Pelzer.
Konkrete Erfahrungen aus der Praxis brachte Cord Lilie, Milcherzeuger aus Stemwede, in das Hochwald Zukunftsforum ein. Er berichtete über KI-gestützte Anwendungen zur Auswertung von Betriebs- und Tierdaten, zur Erkennung von Leistungsabfällen und Leistungssteigerungen sowie zur Unterstützung betrieblicher Entscheidungen und Arbeitsprozesse.
Cybersecurity für digitale Agrarsysteme
Immanuel Bär, Mitgründer der ProSec GmbH, demonstrierte im Hochwald Zukunftsforum, wie unzureichend geschützte Systeme zum Einfallstor für Cyberangriffe werden können. Die Live-Demonstration thematisierte den Schutz digitaler Systeme und Daten im privaten und betrieblichen Umfeld.
Zukunftspreis für die Kleinbielen GbR
Das Hochwald Zukunftsforum umfasste zudem die zweite Verleihung des mit 5.000 Euro dotierten Hochwald Zukunftspreises. Unter dem Schwerpunkt „Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit“ zeichnet die Hochwald Genossenschaft damit Ideen und Konzepte ihrer Mitgliedsbetriebe aus.
Der Preis ging an die Kleinbielen GbR aus Schwalmtal. Der Betrieb verbindet nachhaltige Energieerzeugung, regionale Wärmeversorgung und moderne Tierhaltung. Eine Biogasanlage mit einer durchschnittlichen Leistung von 500 kWh liefert über eine Fernwärmeleitung unter anderem Wärme an ein örtliches Schulzentrum.
„Wer heute einen erfolgreichen Milchviehbetrieb führt, muss weit mehr leisten, als nur hochwertige Milch zu erzeugen“, sagte Laudatorin Stefanie Sabet, Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes, bei der Preisverleihung.
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