Die Milchüberschüsse dieses Jahres haben bei der Schweizer Milchhandelsorganisation Mooh Spuren hinterlassen. Nun zieht die Genossenschaft die Konsequenzen aus den hohen C-Milch-Mengen. In einem Webinar stellte Geschäftsführer René Schwager den Mitgliedern soeben ein neues Referenzmengensystem vor. Es soll ab 2027 greifen – allerdings nur dann, wenn tatsächlich zu viel Milch auf dem Markt ist und C-Milch anfällt.
Wer in einer Überschusssituation weniger Milch liefert, soll seine eigene C-Milch-Menge reduzieren können. Ziel ist, einen Anreiz zu geben, die Milchmenge so gut wie möglich zu reduzieren, wenn zu viel Milch auf dem Markt ist. Eine Rückkehr zur früheren Milchkontingentierung soll das nicht sein. “Alles, was wir bereits haben, unser heutiges Basis- und Planungsmodell, bleibt unverändert bestehen”, betonte Schwager. Die neue Referenz greift erst, wenn Milch zu C-Konditionen verwertet werden muss.
Jeder Betrieb bekommt für jeden Monat eine individuelle Referenzmenge. Grundlage sind die drei Vorjahre. Der tiefste Monatswert wird gestrichen, aus den beiden höheren wird der Durchschnitt gebildet. Jahre mit hohem Anteil an C-Milch sollen grundsätzlich nicht als Referenz dienen. In einer Überschussphase will Mooh die Referenz zusätzlich mit einem Korrekturfaktor an die Marktlage anpassen.