Australien sollte sich auf die maximale Verwertung von Milchprotein konzentrieren und nicht darauf, so viel Käse wie möglich herzustellen. Das schreibt die Rabobank in einem Bericht über den australischen Milchsektor. Aufgrund eines rückläufigen Milchangebots in diesem Land wurde in den letzten Jahren die Milchverarbeitungskapazität abgebaut, die Käseproduktion hat für den australischen Milchviehsektor zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dies stellt ein Risiko dar, da Wertschöpfung bei Käse immer schwieriger wird, so die Rabobank.
Die Entscheidung, relativ mehr Käse herzustellen, war eine bewusste Strategie der australischen Milchwirtschaft. Dadurch war die Branche weniger den Preisschwankungen auf dem Weltmarkt ausgesetzt, was zu stabileren Margen führte. Allerdings führte dies auch dazu, dass weniger Milcheiweiß für andere Verarbeitungszwecke übrig blieb.
Der Käsepreis ist zu niedrig, der Wettbewerb zu groß und das Wachstum beim Käsekonsum zu gering, so die Bank. Der Preis für Molkenprotein befindet sich hingegen auf einem Rekordhoch. Dadurch ist die Käseherstellung dennoch relativ attraktiv. Wenn der Käsepreis sinkt und der Molkenpreis wieder auf ein normaleres Niveau zurückkehrt, verliert Käse an Attraktivität. Die Rentabilität der Käseherstellung hängt zunehmend von der Verwertung der Molke ab.
Der Milchpreis für australische Landwirte wird zunehmend davon abhängen, inwieweit Verarbeiter Milchprotein für die wertbringenden Anwendungen nutzen können. Die absolute Verarbeitungskapazität ist weniger wichtig, so die Schlussfolgerung der Rabobank.