Im Bild: Die Exkursionsgruppe bei der Molkerei Weihenstephan
6 Betriebe in 3 Tagen – so lautete das straffe Programm der diesjährigen Exkursion der angehenden Milchwirtschaftlichen Labormeisterinnen und -meister.
Von 19. bis 21. Mai 2026 erkundeten die 14 Studierenden in Begleitung ihrer Lehrkraft Dr. Almut Schöne-Pfann und Referendarin Susanne Reisnecker ausgewählte Molkereien und Lebensmittelbetriebe im bayerischen Süden.
Blick über den Tellerrand
Natürlich lag hierbei der Fokus auf milchverarbeitenden Unternehmen – doch nicht nur: den Anfang unserer Rundtour machte der Nudelhersteller Bernbacher in Hohenbrunn südöstlich von München. Dort erhielten wir einen umfassenden Einblick in die moderne Herstellung von Teigwaren. Die Führung durch die komplette Produktionskette, einschließlich beeindruckendem Hochregallager, übernahm Tobias Willmann, Geschäftsführer des Familienunternehmens in fünfter Generation.
Produktion live

Laborleiterin Christine Gruber hieß uns bei der Alpenhain Käsespezialitäten GmbH in Lehen/Pfaffing willkommen, ein Betrieb, der u. a. für seinen Back-Camembert bekannt ist. Den Weg des Käses konnten wir in der Produktion live im Koagulator bewundern . Begeisterung löste auch das hervorragend ausgestattete Labor aus, in dem eine große Bandbreite an Referenz- und Geräteanalysen durchgeführt werden können.
Am nächsten Tag besuchten wir zunächst die Privatmolkerei Bauer in Wasserburg am Inn. Bei der Werksführung war die vollautomatisierte, robotergestützte Verpackung von Kinderjoghurt im Quetschbeutel ein Highlight. Labormeisterin Jennifer Menzel, die insbesondere für HACCP und Zertifizierungen zuständig ist, führte durch das Labor und erklärte spezielle Verfahren für den Nachweis von Mikroorganismen.

Unser anschließendes Ziel waren die Milchwerke Jäger in Haag, einem europaweit bedeutender Mozzarella-Hersteller. Christian Oppenrieder führte uns durch die Produktion. Wir waren beeindruckt, wie sich bei geringem Platzangebot moderne Linien, eine große Produktvielfalt und effiziente Abläufe durch kreative Lösungen realisieren lassen. Den Abschluss der Führung machte der moderne und sehr gut strukturierte Labortrakt, den sich einige unserer Laborprofisauch für den eigenen Betrieb wünschen würden.
Ein Kontrastprogramm zur hochautomatisierten Produktion in den Molkereien erwartete uns am nächsten Morgen in der Confiserie Dengel in Rott am Inn: Dort werden seit über 30 Jahren Schokolade, Pralinen und Trüffel größtenteils in Handarbeit hergestellt und individuell verziert.
Abschließend wurden wir in der Molkerei Weihenstephan in Freising von Hannah Schartl, Absolventin des Labormeister-Jahrgangs 2024/25, sehr herzlich empfangen. Wir besichtigten das Werksgelände, wo die historische Bausubstanz des alten Schlüterhofes sehr gelungen mit moderner Industriearchitektur verbunden wurde. Uns beeindruckte besonders die moderne H-Milch-Linie und die Butterungsmaschine mit der charakteristischen Prägung auf den Butterstücken.
Erfolg durch Spezialisierung
Gerade die Vielfalt der besichtigten Betriebe hat uns gezeigt, dass es kein Patentrezept für ein erfolgreiches Unternehmen in der Milch- und Lebensmittelindustrie gibt. Unterschiedliche Betriebe spezialisieren sich auf verschiedene Produkte, verfolgen eine einzigartige Unternehmensphilosophie und -strategie und kämpfen mit unterschiedlichen standortbedingten Schwierigkeiten. Dennoch ist jeder auf seine Weise erfolgreich. Diese Erkenntnis ist neben den vielen Leckereien und Erinnerungen das wertvollste Mitbringsel der Labormeisterinnen und Labormeistern von ihrer Exkursion.
Wir sagen Dankeschön!
Ohne Sponsoren ist eine derartige Fachexkursion nicht möglich. Darum geht unser herzlicher Dank an:
·        den Milchwirtschaftlichen Verein Franken e.V., der zum großen Teil unsere Übernachtungskosten übernahm,
·        den Landesverband Bayerischer und Sächsischer Molkereifachleute und Milchwirtschaftler (LBM e. V.), der uns im Rahmen eines LBM-Labormeistertreffens zum Abendessen in das „Fischerstüberl“ in Attel einlud. Und dessen Geschäftsführer Simon Gutensohn es sich nicht nehmen ließ, extra anzureisen,
·        den Verein Ehemaliger Triesdorfer e.V., der Gebühren für Besichtigungen übernahm und
·        der Molkerei Bauer, die uns zum Mittagessen einlud.
Weiterhin bedanken wir uns für die herzliche und offene Aufnahme in den Molkereibetrieben, die keine Fragen unbeantwortet ließen.