Die bulgarische Lebensmittelbehörde BFSA verschärft die Kontrolle über alle Importe von Rohmilch und Milchkonzentrat, unabhängig davon, ob sie aus EU-Mitgliedstaaten oder aus Drittstaaten stammen. Bislang wurden lediglich rund 10 % der eingeführten Mengen überprüft; künftig soll jede einzelne Lieferung inspiziert werden. Ziel ist es, die Lebensmittelsicherheit zu erhöhen, Rückstände – insbesondere Antibiotika – in Milchprodukten zu verhindern und die Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette zu verbessern.
Die Probenahme erfolgt durch die regionalen Lebensmittelkontrollbehörden in Sofia, Schumen und Chaskowo, deren akkreditierte Labore die Analysen durchführen. Die Kosten für Probenentnahme und Laboruntersuchungen tragen die jeweiligen Unternehmen. Die regionalen Stellen müssen der BFSA-Zentrale regelmäßig Bericht erstatten – über die Anzahl der Proben, Analyseergebnisse, festgestellte Verstöße und eingeleitete Maßnahmen. Damit soll ein einheitlicheres und transparenteres Kontrollsystem entstehen.
Hintergrund der Maßnahme ist eine deutliche Marktverschiebung: In den vergangenen fünf Jahren sind die bulgarischen Milchimporte um fast 45 % gestiegen, während die heimische Rohmilchproduktion um 25 % zurückgegangen ist. Diese Entwicklung wurde am 10. März vom stellvertretenden Vorsitzenden der Wettbewerbsbehörde, Zhelyo Boychev, öffentlich hervorgehoben. Die Regierung sieht darin eine Belastung für die nationale Milchwirtschaft, die zunehmend unter Preis- und Wettbewerbsdruck gerät.
Mit der Verzschärfung der Kontrollen will die BFSA sowohl unlauteren Wettbewerb eindämmen als auch das Vertrauen in die Qualität der in Bulgarien erhältlichen Milchprodukte stärken. Die Maßnahme ist Teil eines breiteren politischen und wirtschaftlichen Bemühens, die heimische Landwirtschaft zu stabilisieren und die Einhaltung von Qualitätsstandards im Importgeschäft sicherzustellen.