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Quelle: BVE

BVE-Konjunkturbericht

 

Die deutsche Ernährungsindustrie verzeichnete im Januar 2026 ein preis-bereinigtes Umsatzminus von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Ausland ging der preisbereinigte Umsatz um 1,7 Prozent zurück. Der Inlandsumsatz sank gegenüber dem Vormonat um 2,2 Prozent.
Insgesamt erzielten die Lebensmittelhersteller einen nominalen Umsatz von 18,8 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Davon entfielen 11,7 Milliarden Euro auf das Inlandsgeschäft (−3,3 Prozent). Der nominale Auslandsumsatz belief sich auf 7,1 Milliarden Euro und lag damit um 4,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Die Ausfuhrpreise sanken um 2,9 Prozent, während die Inlandsverkaufspreise um 1,2 Prozent zurückgingen. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex verringerte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,4 Prozent. Dieser Index misst die reale Produktionsmenge und ist um Preisveränderungen bereinigt.

Rohstoffmärkte

Agrarrohstoffe und Energie zählen zu den zentralen Kostentreibern in der Lebensmittelproduktion. Preissteigerungen in diesen Bereichen schlagen oft mit zeitlicher Verzögerung auf die gesamte Wertschöpfungskette durch und beeinflussen letztlich auch die Verkaufspreise der Ernährungsindustrie.

Agrarrohstoffe

Die Preise auf den globalen und regionalen Agrarrohstoffmärkten werden maßgeblich von Angebot und Nachfrage bestimmt. Der FAO Food Price Index – als Barometer für weltweite Nahrungsmittelpreise – sowie die nationalen Verkaufspreise landwirtschaftlicher Erzeugnisse gelten daher als wichtige Frühindikatoren für die weitere Preisentwicklung.

Im März stieg der FAO Food Price Index auf 128,5 Punkte. Dies entspricht einem Anstieg von 2,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Alle fünf Teilindizes legten zu, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Den stärksten Anstieg verzeichnete Zucker mit 7,2 Prozent, gefolgt von pflanzlichen Ölen mit 5,1 Prozent und Getreide mit 1,5 Prozent. Der Preisindex für Milchprodukte er-höhte sich um 1,2 Prozent, während der Fleischindex um 1,0 Prozent zulegte.Im Januar lagen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte 2,3 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und 10,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau Anfang 2020 entspricht dies jedoch einem Anstieg von rund 21,7 Prozent.

Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse stiegen im Monatsvergleich um 1,9 Prozent und lagen im Jahresvergleich 11,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. So lag der Preisindex für Eissalat 9,6 Prozent über dem Wert des Vorjahres, während der Preisindex für Speisekartoffeln 49,8 Prozent darunter lag.

Produkte tierischer Herkunft verzeichneten im Januar einen Rückgang von 4,7 Prozent gegenüber dem Vormonat und lagen im Jahresvergleich 8,9 Prozent im Minus. Deutlich gestiegen ist hingegen der Preisindex für Rinder, der im Vergleich zum Vorjahresmonat um 26,5 Prozent zulegte. Der Preisindex für Schweine gab im Vorjahresvergleich um 16,1 Prozent nach.

Energierohstoffe

Laut dem Statistischen Bundesamt verzeichneten die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Februar folgende Entwicklungen: Die Preise für Erdgas (verflüssigt oder gasförmig) stiegen im Vergleich zum Vormonat um 7,8 Prozent. Der Preisindex für Erdöl steig um 6,7 Prozent, der für Braunkohle sank hingegen um 8,3 Prozent. Trotz des Rückgangs der Erzeugerpreise für Erd-gas seit der Energiekrise liegen sie aktuell immer noch rund 154 Prozent über dem Niveau von Anfang 2020.

Ausblick: Geschäftsklima

Der monatlich veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtiger Indikator für die Stimmung und Erwartungen in der Ernährungsindustrie. Im März sank der Index gegenüber dem Vormonat. Der Saldo des Geschäftsklimas verringerte sich um 3,0 Punkte auf 88,5 Punkte und liegt damit weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 100 Punkten.
Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage blieb unverändert bei einem Saldo von 88,3 Punkten. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate fielen im Vergleich zum Vormonat deutlich schlechter aus: Der Erwartungssaldo sank auf 88,6 Punkte.
Mittlerweile überwiegt der Anteil der Unternehmen mit negativen Geschäftserwartungen. Nur 11,3 von 100 Befragten rechnen mit einer Verbesserung, während 34,6 eine Verschlechterung erwarten.

Konsumklima und Verbraucherpreise

Das GfK-Konsumklima ist ein zentraler Indikator für die Verbraucherstimmung in Deutschland. Im März sank der Index von minus 24,2 auf minus 24,8 Punkte. Für April wird jedoch mit einer Korrektur auf minus 28,0 Punkte gerechnet.

Im Februar 2026 stiegen die allgemeinen Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent. Die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Ge-tränke erhöhten sich im gleichen Zeitraum hingegen um 0,1 Prozent.

Im Jahresvergleich lagen die Lebensmittelpreise um 1,5 Prozent und die all-gemeinen Verbraucherpreise um 1,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

 

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