Die Vereinigung der Berner Milchproduzenten (Cremo-Direktlieferanten) warnt vor einer Zuspitzung am Milchmarkt und stellt das Instrument der C-Milch grundsätzlich infrage. In einem Schreiben an die Branchenorganisation Milch (BOM) zeichnet die Vereinigung das Bild einer sich seit Monaten abzeichnenden Überangebotskrise.
Die Berner Direktlieferanten verweisen darauf, dass sie 2025 lediglich 96,6 Prozent der Vorjahresmenge geliefert hätten. Mehrmengen seien folglich andernorts entstanden. Entsprechend kritisch beurteilt die Vereinigung die Wiedereinführung des C-Milch-Systems. Man habe sich dennoch solidarisch gezeigt und 10 Prozent der Milchmenge als C-Milch deklariert oder auf 10 Prozent der Liefermenge verzichtet. Damit leiste die Organisation einen Beitrag zur Marktentlastung und ermögliche dem Verarbeiter den Export.
Die Folgen seien jedoch spürbar. Da Mittel aus dem Fonds Marktentlastung derzeit für Butter reserviert seien, entfalle die Unterstützung für Proteinexporte. Der Druck auf den Milchpreis nehme zu, was sich direkt auf die Betriebe auswirke. Umso weniger nachvollziehbar sei es, dass andere Marktakteure kaum Preisreaktionen zeigten. Dieses Verhalten untergrabe die Solidarität innerhalb der Branche. Kritisch sieht die Vereinigung zudem die fehlende Transparenz im C-Milch-Handel.