Markt
Quelle: BVE

BVE: Aktueller Konjunkturreport

 

 

Die deutsche Ernährungsindustrie verzeichnete im Dezember 2025 ein preisbereinigtes Umsatzplus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch im Ausland stieg der preisbereinigte Umsatz um 3,9 Prozent. Der Inlandsumsatz stieg im Vergleich zum Vormonat um 3,1 Prozent. Insgesamt erzielten die Lebensmittelhersteller einen nominalen Umsatz von 19,7 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Davon entfielen 12,9 Milliarden Euro auf das Inlandsgeschäft, ein nominaler Zuwachs von 3,1 Prozent. Der nominale Auslandsumsatz belief sich mit einem Minus von 2,9 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Die Ausfuhrpreise sanken um 1,0 Prozent, während die Inlandsverkaufspreise nur leicht um 0,1 Prozent nachgaben. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex sank im Vergleich zum Vorjahresmonat nur leicht um 0,2 Prozent. Der Index misst die real produzierte Gütermenge, bereinigt um Preisveränderungen.

Rohstoffmärkte

Agrarrohstoffe und Energie zählen zu den zentralen Kostentreibern in der Lebensmittelproduktion. Preissteigerungen in diesen Bereichen schlagen oft mit zeitlicher Verzögerung auf die gesamte Wertschöpfungskette durch und beeinflussen letztlich auch die Verkaufspreise der Ernährungsindustrie.

Agrarrohstoffe

Die Preise auf den globalen und regionalen Agrarrohstoffmärkten werden maßgeblich von Angebot und Nachfrage bestimmt. Der FAO Food Price Index – als Barometer für weltweite Nahrungsmittelpreise – sowie die nationalen Verkaufspreise landwirtschaftlicher Erzeugnisse gelten daher als wichtige Frühindikatoren für die weitere Preisentwicklung.

Im Februar stieg der FAO Food Price Index auf 125,3 Punkte. Das entspricht einem Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Drei der fünf Teilindizes stiegen an, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Den stärksten Anstieg verzeichnete Öle mit 3,3 Prozent, gefolgt von Fleisch mit 2,0 Prozent und Getreide mit 1,1 Prozent. Der Preisindex für Zucker sank um 4,1 Prozent, der für Milchprodukte um 2,0 Prozent.

Im Dezember lagen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte 1,6 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und 8,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau Anfang 2020 entspricht dies jedoch einem Anstieg von rund 25 Prozent.

Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse stiegen im Monatsvergleich um 1,2 Prozent und lagen im Jahresvergleich 11,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. So lag der Preisindex für Eissalat 11,1 Prozent über dem Wert des Vorjahres, während der Preisindex für Speisekartoffeln 48,0 Prozent darunter lag.

Produkte tierischer Herkunft verzeichneten im November einen Rückgang von 3,0 Prozent gegenüber dem Vormonat und lagen im Jahresvergleich 6,4 Prozent im Minus. Deutlich gestiegen ist hingegen der Preisindex für Rinder, der im Vergleich zum Vorjahresmonat um 27,1 Prozent zulegte. Der Preisindex für Schweine gab im Vorjahresvergleich um 16,1 Prozent nach.

Energierohstoffe

Laut dem Statistischen Bundesamt verzeichneten die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im Januar folgende Entwicklungen: Die Preise für Erdgas (verflüssigt oder gasförmig) sanken im Vergleich zum Vormonat um 4,4 Prozent. Der Preisindex für Erdöl ging um 4,6 Prozent zurück, der für Braunkohle stieg hingegen um 4,1 Prozent. Trotz des Rückgangs der Erzeugerpreise für Erdgas seit der Energiekrise liegen sie aktuell immer noch rund 208 Prozent über dem Niveau von Anfang 2020.

Ausblick: Geschäftsklima

Der monatlich veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex gilt als wichtiger Indikator für die Stimmung und Erwartungen in der Ernährungsindustrie. Im Februar stieg der Index gegenüber dem Vormonat leicht an. Der Saldo des Geschäftsklimas erhöhte sich um 4,5 Punkte auf 91,5 Punkte und liegt damit weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 100 Punkten.
Auch die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verbesserte sich. Der entsprechende Saldo stieg um 2,2 Punkte auf 88,3 Punkte. Ebenso entwickelten sich die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate im Vergleich zum Vormonat positiver: Der Erwartungssaldo erhöhte sich auf 94,6 Punkte.
Dennoch überwiegt weiterhin der Anteil der Unternehmen mit negativen Geschäftserwartungen. Nur 20,8 von 100 Befragten rechnen mit einer Verbesserung, während 32,1 eine Verschlechterung erwarten.

Konsumklima und Verbraucherpreise

Das GfK-Konsumklima ist ein zentraler Indikator für die Verbraucherstimmung in Deutschland. Im Februar sank der Index von minus 26,9 auf minus 24,2 Punkte. Für März wird jedoch mit einer Korrektur auf minus 24,7 Punkte gerechnet.

Im Januar 2026 stiegen die allgemeinen Verbraucherpreise gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozent. Die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich im gleichen Zeitraum hingegen um 0,9 Prozent.

Im Jahresvergleich lagen die Lebensmittelpreise um 2,6 Prozent und die allgemeinen Verbraucherpreise um 2,1 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

 

 

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