Unsere Debatten über Ernährung finden nicht mehr in traditionellen Medien, sondern in personalisierten digitalen Newsstreams und KI-Dialogen statt. Diese Veränderungen betreffen auch die Milchindustrie, die sich inmitten eines kulturellen Wandels befindet. Sagte Hendrik Haase auf dem jüngsten Nordwestdeutschen Milchtreff in Berlin. Der Kommunikationsdesigner sprach u. a. darüber, wie KI, algorithmische Empfehlungen und soziale Medien unser Verständnis und Verhalten gegenüber Lebensmitteln beeinflussen. Haase betonte, dass es zunehmend entscheidend sei, wie Informationen von Algorithmen verarbeitet und präsentiert werden, da diejenigen, die diese Mechanismen nicht verstehen, Gefahr laufen, im gesellschaftlichen Diskurs unsichtbar zu werden.
Er warnte davor, den digitalen Wandel nur als technisches Thema zu betrachten. Dieser habe tiefgreifende Auswirkungen auf Wahrnehmung, Vertrauen und Konsumverhalten. KI verändere nicht nur Prozesse, sondern auch die Macht der Deutung. Unternehmen, die heute nicht im digitalen Raum präsent sind, werden morgen kaum noch wahrgenommen.
Haase hob jedoch auch die Chancen hervor, die diese Entwicklungen bieten, besonders für regionale Produkte. KI könne helfen, Transparenz und Differenzierung zu schaffen und neue Dialogformen zu etablieren. Trotz der digitalen Transformation bliebe der Geschmack von Lebensmitteln eine analog erlebbare Erfahrung. Die strategische Herausforderung für die Branche liege darin, diese Veränderungen zu verstehen und verantwortungsbewusst zu nutzen.