Die deutsche Ernährungsindustrie verzeichnete im Oktober 2025 ein preisbereinigtes Umsatzminus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im Ausland stieg der preisbereinigte Umsatz hingegen leicht um 0,6 Prozent. Der Inlandsumsatz sank im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Prozent. Insgesamt erzielten die Lebensmittelhersteller einen nominalen Umsatz von 20,9 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Davon entfielen 12,8 Milliarden Euro auf das Inlandsgeschäft, was einem nominalen Zuwachs von 1,0 Prozent entspricht. Der nominale Auslandsumsatz belief sich auf 8,1 Milliarden Euro, ein Plus von 2,9 Prozent. Die Ausfuhrpreise stiegen weiter um 2,3 Prozent, während die Inlandsverkaufspreise um 1,9 Prozent zunahmen. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,2 Prozent. Der Index misst die real produzierte Gütermenge, bereinigt um Preisveränderungen.
Rohstoffmärkte
Agrarrohstoffe und Energie zählen zu den zentralen Kostentreibern in der Lebensmittelproduktion. Preissteigerungen in diesen Bereichen schlagen oft mit zeitlicher Verzögerung auf die gesamte Wertschöpfungskette durch und beeinflussen letztlich auch die Verkaufspreise der Ernährungsindustrie.
Agrarrohstoffe
Die Preise auf den globalen und regionalen Agrarrohstoffmärkten werden maßgeblich von Angebot und Nachfrage bestimmt. Der FAO Food Price Index – als Barometer für weltweite Nahrungsmittelpreise – sowie die nationalen Verkaufspreise landwirtschaftlicher Erzeugnisse gelten daher als wichtige Frühindikatoren für die weitere Preisentwicklung.
Im Dezember sank der FAO Food Price Index auf 124,3 Punkte – ein Minus von 2,4 Prozent zum Vorjahresmonat. Drei der fünf Teilindizes gaben nach, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Am stärksten bei Zucker (−24,0 %), gefolgt von Milchprodukten (−8,2 %) und Getreide (-3,7 %). Der Preisindex von Fleisch stieg leicht um 3,4 Prozent, der von Getreide um 1,6 Prozent.
Im Oktober lagen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte 2,8 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und 1,7 Prozent unter dem des Vorjahres. Im Vergleich zum Vorkrisenniveau Anfang 2020 entspricht dies jedoch einem Anstieg von rund 30 Prozent. Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse sanken im Monatsvergleich um 0,6 Prozent und verzeichneten gegenüber dem Vorjahresmonat einen Rückgang von 10,3 Prozent. Ein Beispiel: Der Preisindex für Champignons lag etwa 11,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, während der Preisindex für Speisekartoffeln rund 41,8 Prozent darunter lag. Produkte tierischer Herkunft verzeichneten im Oktober einen Rückgang von 3,9 Prozent gegenüber dem Vormonat, lagen jedoch im Jahresvergleich bei einem Plus von 3,3 Prozent. Deutlich gestiegen ist unter anderem der Preisindex für Rinder, der im Vergleich zum Vorjahresmonat um 36,9 Prozent höher lag.
Energierohstoffe
Laut dem Statistischen Bundesamt verzeichneten die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im November folgende Entwicklungen: Die Preise für Erdgas (verflüssigt oder gasförmig) sanken im Vergleich zum Vormonat leicht um 3,1 Prozent. Der Preisindex für Erdöl ging um 2,1 Prozent zurück, der für Braunkohle um 0,8 Prozent. Trotz des Rückgangs der Erzeugerpreise für Erdgas seit der Energiekrise liegen sie aktuell immer noch rund 190 Prozent über dem Niveau von Anfang 2020.
Ausblick: Geschäftsklima
Der monatlich veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex dient als wichtiger Indikator für die Stimmung und Erwartungen in der Ernährungsindustrie. Im Dezember steig der Index gegenüber dem Vormonat leicht: Der Saldo des Geschäftsklimas stieg um 3,0 Punkte auf 86,8 Punkte und liegt damit dennoch weiterhin klar unter der neutralen Marke von 100.
Auch die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage verbesserte sich. Der entsprechende Saldo stieg auf 87,4 Punkte und liegt damit über dem Vormonatswert. Ebenso nahmen die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate zu: Der Erwartungssaldo steig ebenfalls auf 86,1 Punkte.
Die Zahl der Unternehmen mit negativen Geschäftserwartungen überwiegt deutlich: Nur 12,8 von 100 Befragten rechnen mit einer Verbesserung, während 41 eine Verschlechterung erwarten.
Konsumklima und Verbraucherpreise
Das GfK-Konsumklima ist ein zentraler Indikator für die Verbraucherstimmung in Deutschland. Im Dezember stieg der Index leicht von minus 24,1 auf minus 23,4 Punkte. Für Januar wird jedoch mit einem deutlichen Rückgang auf minus 26,9 Punkte gerechnet.
Im November 2025 sanken die allgemeinen Verbraucherpreise geringfügig um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich im gleichen Zeitraum dagegen leicht um 0,1 Prozent. Im Jahresvergleich lagen die Lebensmittelpreise um 2,0 Prozent und die allgemeinen Verbraucherpreise um 2,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat.