Die Schweizer Milcherzeuger produzieren trotz rückläufiger Kuhzahlen immer mehr Milch. Im Dezember 2025 lag die Milchanfuhr 10 Prozent über dem Vorjahresniveau. Schon per Ende September 2025 lag sie mit 2,6 Mio. t gemäß TSM-Statistik um 1,1 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Trotz bereits umgesetzter Marktmaßnahmen sei keine ausreichende Bremswirkung erzielt worden., urteilt die BO Milch.
Ein großer Teil der Überschussmenge fliesst in Regulierprodukte – tiefpreisige C-Milch ist laut BO Milch zur Marktrealität geworden. Gleichzeitig würden die Verarbeitungskapazitäten an ihre Grenzen stoßen. Volle Lager und anstehende Revisionsarbeiten würden dazu führen, dass in den kommenden Wochen nicht mehr alle Milch verarbeitet werden kann. Nun sollen bei anhaltender Überlieferung Mehrmengen zu deutlich tieferen Preisen gehandelt werden. Konkret empfiehlt die BO Milch, ab einer Anlieferung von mehr als 105 Prozent der monatlichen Vorjahresmenge den Preis für diese Mehrmengen deutlich unter den aktuellen ungestützten C-Richtpreis zu senken.
Die Empfehlung gilt ab 1. Februar 2026 bis voraussichtlich Ende Mai 2026. Zusätzlich ruft die BO Milch den Detail- und Grosshandel dazu auf, Schweizer Milchprodukte in den kommenden Monaten bevorzugt zu verkaufen und damit zur Entlastung des Marktes beizutragen.