„Vergessen Sie die Quantität nicht.“ Das war die Botschaft von Rob de Wijk, Experte für internationale Beziehungen an der Universität Leiden, auf dem Kongress der Europäischen Milchorganisation EDA, der vorletzte Woche in Utrecht stattfand.
Quantität sei notwendig, um geopolitisch mithalten zu können, als Antwort auf den Klimawandel und als Grundlage für dringend benötigte Innovationen. „Kämpft um eure Position in der Welt“, lautet der Appell von De Wijk an die Milchwirtschaft in Europa, der er große strategische Bedeutung beimisst.
Die EU müsse unabhängiger werden, lautet die Schlussfolgerung von De Wijk. Dazu brauche sie neue Freunde. Risiken müssten gestreut werden. De Wijk plädiert nachdrücklich für den Abschluss von Handelsabkommen, wie beispielsweise mit den Mercosur-Ländern in Südamerika. „Hüten Sie sich vor Blockaden von Handelsabkommen, denn diese lösen gerade viele Probleme.“
Vor allem aber müsse die EU ihre strategischen Stärken pflegen. Und dazu gehöre auch der Milchsektor, lautete die Botschaft von De Wijk. „Ihr Sektor ist von großer strategischer Bedeutung.“ Für die Niederlande ist die z.B. Bedeutung der Milchwirtschaft vergleichbar mit der des Chipmaschinenherstellers ASML. Um seine Position zu halten, ist Größe erforderlich, so De Wijk. „Wenn man die Produktion abgibt, verliert man auch das Wissen.“ Die Aufrechterhaltung einer ausreichenden Primärproduktion, also von Milch, sei notwendig, um auch strategisch wichtiges Wissen aufrechtzuerhalten und innovativ bleiben zu können.
Foto: Universität Leiden