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Arla Halbjahresbilanz 2023

Datum: 29.08.2023Quelle: Arla Foods

Die erste Jahreshälfte 2023 war wie erwartet von anhaltendem Inflationsdruck, sinkenden Rohstoffpreisen bei Milcherzeugnissen und einer Verschiebung des Verbraucherverhaltens hin zu Discount-Märkten und Eigenmarkenprodukten geprägt. Dies wirkte sich auf Arlas Ergebnis im ersten Halbjahr 2023 aus. Die Molkereigenossenschaft konnte die negativen Auswirkungen der Marktdynamik jedoch abschwächen. Entsprechend kann wie geplant eine halbjährliche Nachzahlung an die Landwirte in Höhe von 1 Cent pro kg Milch für die gelieferte Milchmenge im ersten Halbjahr 2023 erfolgen.  Auch das Deutschlandgeschäft stand in der ersten Jahreshälfte 2023 unter dem Eindruck der anhaltend hohen Inflation, so dass auch das Markengeschäft in Deutschland insgesamt unter Druck war. Trotzdem ist es Arla hierzulande gelungen wichtige Akzente im Markenbereich zu setzen und führende Positionen in ausgewählten Kategorien weiter zu stärken oder zu behaupten. In Deutschland gehört die Molkereigenossenschaft zu den Top 5 in der Molkereibranche.

Der Umsatz der Arla Gruppe belief sich im ersten Halbjahr 2023 auf 7,07 Milliarden Euro; gegenüber 6,38 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2022. Dies entspricht einem Plus von 10,7 Prozent. Der Anstieg beruht in erster Linie auf bereits zuvor umgesetzten Preiserhöhungen im Einzelhandel und im Foodservice-Bereich. Der Umsatz im Markengeschäft stieg um 6,9 Prozent, getrieben durch die Marke Lurpak mit einem Plus  von 7,2 Prozent und Produkte der Marke Arla mit einem Plus von 3,6 Prozent.

Sinkende Rohstoffpreise 

Aufgrund veränderter Rohstoffpreise bei Milcherzeugnissen fiel Arlas ausgezahlter Milchpreis an die Landwirte von seinem Allzeithoch. In einem Markt, in dem die Milchproduktion zunimmt und Verbraucher weniger Geld ausgeben, sucht der Preis nach einem neuen Gleichgewicht. Im ersten Halbjahr 2023 ist der durchschnittliche Arla Milchpreis auf 48,2 Cent pro kg gegenüber 46,6 Cent pro kg im ersten Halbjahr 2022 gestiegen; verglichen mit 52,0 Cent pro kg für das Gesamtjahr 2022 jedoch gesunken (Preisangaben: Durchschnittspreis für konventionelle und Biomilch in allen sieben, europäischen Arla Erzeugerländern, ohne jährliche Nachzahlung und jährliche Kapitaleinlage.)

„Wie erwartet, haben die Marktbedingungen unsere Markenprodukte unter Druck gesetzt. Es ist uns jedoch gelungen, unsere relativen Marktanteile gegenüber unseren Wettbewerbern zu verteidigen. Ich freue mich, dass wir unser Gesamtergebnis, einen wettbewerbsfähigen Milchpreis sowie eine Nachzahlung für das erste Halbjahr an unsere Landwirte in Höhe von einem Cent pro Kilogramm gelieferte Milch wie geplant sicherstellen konnten“, erklärt Peder Tuborgh, CEO von Arla Foods.

Negative Konsumstimmung wirkt sich auf das Markengeschäft aus

Nach Jahren eines außerordentlich hohen Wachstums des Markenvolumens, wurden die Wachstumsraten durch das veränderte Verbraucherverhalten beeinträchtigt. Das mengenbasiere Umsatzwachstum mit Marken lag im ersten Halbjahr 2023 bei -6,0 Prozent (bereinigt um die Auswirkungen des früheren Russlandgeschäfts, das in der ersten Jahreshälfte 2022 veräußert wurde, hätte das mengenbasiere Umsatzwachstum mit Marken bei -5,1 Prozent gelegen). Dies war in erster Linie auf einen Volumenrückgang im Markengeschäft in Europa von 5,7 Prozent und einen Rückgang des Volumens im internationalen Markengeschäft von 4,0 Prozent zurückzuführen. „Die erste Jahreshälfte 2023 war weiterhin vom Inflationsdruck geprägt. Dieser hat dazu geführt, dass sich Verbraucher in Richtung Discount und Eigenmarkenprodukte orientiert haben. Somit wurden unsere Markenprodukte unter Druck gesetzt”, so Torben Dahl Nyholm, CFO von Arla Foods.

In Europa gelang es einzelnen Marken ein starkes Mengenwachstum aufrechtzuerhalten, trotz des unvorhersehbaren Marktes. Dabei lieferten Arlas strategische Investitionen in verschiedenen Bereichen ein starkes Wachstum. So legte das Geschäft mit der Lizenzmarke Starbucks (milchbasierte, gekühlte Kaffeegetränke) beim Volumen um 21,6 Prozent und die Marke Arla Protein um 51,6 Prozent zu. Im internationalen Geschäft stieg das Markenvolumen sowohl bei Starbucks als auch bei Puck um 3,3 Prozent.

Einhergehend mit den volatilen Marktbedingungen, verzeichnete das Foodservice-Geschäft (Gastronomie) von Arla beim Volumen einen Rückgang von – 1,8 Prozent, verglichen mit einem Plus von 19,0 Prozent in der ersten Jahreshälfte 2022. Seinerzeit hatte das weitestgehende Ende der Corona-Maßnahmen zu einem außergewöhnlichen Nachfrageschub in zahlreichen Ländern geführt. In der zweiten Jahreshälfte werden wieder positive Wachstumszahlen im Foodservice-Geschäft erwartet.

Geschäftsbereiche

Geschäftsbereich Europa: In Arlas europäischem Geschäft (inklusive UK) stieg der Umsatz um 15,4 Prozent auf 4,10 Milliarden Euro, verglichen mit 3,54 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das mengenbasierte Umsatzwachstum mit Marken lag dagegen bei -5,7 Prozent und folgte damit dem allgemeinen Markttrend eines rückläufigen Einzelhandelsgeschäfts auf allen europäischen Märkten.

Deutschland-Geschäft: Als Teil des Europa-Geschäfts stand auch das Deutschlandgeschäft in der ersten Jahreshälfte 2023 unter dem Eindruck der anhaltend hohen Inflation. Damit einher gingen eine verstärkte Kaufzurückhaltung vieler Konsumenten sowie der Trend häufiger zu Handelsmarken und weniger zu Markenprodukten zu greifen. Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte erläutert Arla Deutschland-Chefin Lillie Li Valeur: „Wir erwarten weiterhin ein herausforderndes Marktumfeld, gehen aber davon aus, dass sich die Kategorie der Milchprodukte in Deutschland insgesamt ein wenig erholen wird. Um unser Markengeschäft weiter zu stärken und gerade in dieser Zeit präsent zu sein, haben wir für das zweite Halbjahr zahlreiche Kampagnen geplant, wie etwa aktuell die Markenkampagne für unsere Arla Bio Milch. Zudem werden wir das Thema Nachhaltigkeit weiterhin in unserer gesamten Organisation  im Fokus haben.“

Geschäftsbereich International: Im Bereich internationales Geschäft steigerte Arla seinen Umsatz um 3,6 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro. Dabei haben die im Jahr 2022 durchgeführten Preiserhöhungen den Umsatz positiv beeinflusst. Demgegenüber stand eine ungünstige Entwicklung bei den Hauptwährungen von -3,7 Prozent sowie ein Rückgang des mengenbasierten Umsatzes um 4,0 Prozent aufgrund einer geringeren Nachfrage (bereinigt um den Effekt aus der Veräußerung des ehemaligen Geschäfts von Arla in Russland).

Geschäftsbereich Arla Foods Ingredients (AFI): AFI erhöhte seinen Umsatz um 10,8 Prozent auf 513 Millionen Euro, verglichen mit 463 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Volumen der Mehrwert-Molkenproteinprodukte nahm um 5,2 Prozent zu. Aufgrund gestiegener Mengen in Standard-Produkten sank der Gesamtanteil von Mehrwertprodukten jedoch von 81,8 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 80,3 Prozent.

Geschäftsbereich Globale Industrieverkäufe (B-B-Rohstoffverkäufe): Im Bereich Globale Industrieverkäufe sind Arlas Milchmengen in der ersten Jahreshälfte deutlich gestiegen. Dies ist auf höhere Milchmengenlieferungen unserer Landwirte und eine geringere Einzelhandelsnachfrage im europäischen und internationalen Geschäft zurückzuführen. Die Mengen stiegen im Vergleich zum ersten Halbjahr 2022 um 33,1 Prozent, wobei der stärkste Anstieg bei Pulverprodukten zu verzeichnen war. Im Vergleich zum Jahresende 2022 nahmen die Mengen um 20,5 Prozent zu.

 

Ausblick 2023

Während Arla mit einer Abschwächung der Inflation rechnet, bleiben die Rohstoffmärkte für das verbleibende Jahr weiterhin von Unsicherheit geprägt. „Wir gehen davon aus, dass die Inflation und ihr Einfluss auf das Verbraucherverhalten den Rest des Jahres 2023 prägen und den Absatz von Markenprodukten in den meisten Märkten unter Druck setzen wird. Wir rechnen jedoch auch damit, dass ein Wachstum in der jeweiligen, zugrundeliegenden Kategorie dazu beitragen wird, dass das Markenwachstum langsam wieder anzieht“, so Peder Tuborgh.

Arla hat seine Umsatzerwartungen für das Gesamtjahr auf 13,2 bis 13,7 Milliarden Euro gesenkt und erwartet einen Gewinn in der Spanne von 2,8 bis 3,0 Prozent des Umsatzes.

Roland Sossna / moproweb

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