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Groß, größer, Gropper

Datum: 04.05.2021Quelle: Kardex Mlog
Unmittelbar neben dem bestehenden Hochregallager 3 baute Kardex Mlog ein viertes Hochregallager mit vier Lagergassen, dass mit der zugehörigen Fördertechnik in die vorhandenen Strukturen integriert wurde (Quelle: Kardex Mlog)

 

 

Die Molkerei Gropper hat ihr vollautomatisches Zentrallager am Stammsitz in Bissingen um ein viertes Hochregallager erweitert und damit Platz für weitere 5.177 Paletten geschaffen. Den Bau der Anlage und deren Anbindung an die bestehende Fördertechnik im laufenden Betrieb realisierte Kardex Mlog, die sich damit als neuer Lieferant bei Gropper etablieren konnte.

2017 waren die im Dreischichtbetrieb genutzten Lager- und Versandkapazitäten an ihre Grenzen gestoßen. Erst 2014 war der Firmenstammsitz um ein drittes Hochregallager (HRL3) erweitert worden, das über eine rund 25m lange Brücke an die übrigen Lagerbereiche angeschlossen wurde. Eine weitere Verbindung besteht zum direkt benachbarten Produktions- und Versandgebäude, das ebenfalls 2014 errichtet wurde. Die neue Aufgabe bestand darin, unmittelbar neben dem HRL3 ein viertes Hochregallager mit vier Lagergassen zu bauen und mit der zugehörigen Fördertechnik in die vorhandenen Strukturen zu integrieren.

Im Rahmen der Ausschreibung des rund 6 Mio. EUR umfassenden Projekts entschied sich Gropper für Kardex Mlog, obwohl die Bestandsanlage von anderen Lieferanten gebaut wurde. Neben dem Preis-Leistungsverhältnis überzeugten die Intralogistik-Spezialisten durch die in Deutschland entwickelten und gebauten Komponenten sowie ihre Erfahrung mit dem Umbau von Industrieanlagen im laufenden Betrieb. „Das neue Hochregallager HRL4 musste an den Wareneingang, das HRL3 und den Versand angeschlossen werden, ohne die Produktion zu beeinträchtigen“, berichtet Andreas Koch, der bei Kardex Mlog im Vertrieb arbeitet und das gesamte Projekt begleitet hat.

Das von Kardex Mlog geplante und gebaute HRL4 ist 28,4 m hoch und ermöglicht das Lagern auf bis zu 11 Ebenen. Auf einer Grundfläche von 64,5 x 23,6 m wurden vier Regalgassen realisiert, in denen zum Teil doppelttief ein- und ausgelagert wird. Dabei kommen Regalbediengeräte (RBG) vom Typ MSingle B zum Einsatz, die je nach Fallbetrachtung bis zu 37 Doppelspiele pro Stunde ermöglichen. Das ergibt eine Gesamtleistung von bis zu 140 Paletten pro Stunde. Deren Ein- und Auslagerungen werden durch ein mitfahrendes Kamerasystem überwacht, dass die Bilder in ein Ethernet-Netzwerk überträgt. Die letzten Bilder vor einer etwaigen Störung werden gespeichert.

 

25 Prozent sparsamer

Jedes RBG ist 26m hoch und nimmt die bis zu 1.000 Kilogramm schweren Paletten über eine Teleskopgabel auf. Der Transport erfolgt mit einer Fahrgeschwindigkeit von 140 m/min. Die geregelte Umgebungstemperatur des Kühllagers liegt im Bereich zwischen +2 und +7 Grad Celsius, wobei eine der Gassen auch mit +10 bis +15 Grad betrieben werden kann. Die RBGs verfügen über eine Zwischenkreiskopplung, mit deren Hilfe die generatorische Energie einer Achse für andere Achsen genutzt werden kann. Zusätzlich wird die Steuerung der Fahr- und Hubwerke so optimiert, dass die Bewegungsachsen gezielt gestartet und verzögert werden. „Damit arbeiten die Regalbediengeräte um bis zu 25 Prozent sparsamer“, betont Koch.

Zu den kritischen Projektschritten gehörte das Anbinden des neuen Hochregallagers an das HRL3 und die Produktion. Für diesen Zweck waren diverse Umbauten erforderlich, die mit Rücksicht auf die Produktion ausschließlich an den Wochenenden durchgeführt werden konnten.

 

Umbau an den Wochenenden

Der Übergang zwischen dem bestehenden und dem neuen Hochregallager wurde durch eine Schleuse mit Schnelllauftor realisiert. Für dessen Montage musste die Außenfassade des HRL3 geöffnet und der Antrieb eines Rollenförderers umgebaut werden, was zwei Wochenenden in Anspruch nahm. Die Umbaumaßnahmen im Bereich der Brücke zwischen HRL2 und HRL3 nahmen weitere vier Wochenenden in Anspruch. Während dieser Zeit wurden unter anderem zwei Kettenförderer ausgetauscht. Außerdem wurden vier neue Rollenförderelemente, vier Schnelllauftore und eine Einhausung in den Materialfluss integriert.

Erweitert werden mussten auch die Förderstrecken im Bereich der Paletten-Wickler, die jetzt auch vom HRL4 angesteuert werden. Das Installieren zusätzlicher Hubtische, Rollen- und Kettenförderer sowie das Ersetzen bestehender Förderelemente durch Drehtische konnte innerhalb von fünf Wochenenden abgeschlossen werden. Eine weitere Fördertechnikstrecke wurde aus dem HRL4 in Richtung der Versandzone im benachbarten Produktionsgebäude gelegt und dort mit Hilfe eines neuen Drehtisches an den bestehenden Materialfluss angeschlossen. An den dortigen Verladetoren stehen bis zu sieben LKW, die in möglichst kurzer Zeit abgefertigt werden müssen.

Knapp 12 Monate nach Auftragsvergabe – konnte Kardex Mlog das anspruchsvolle Erweiterungsprojekt pünktlich abschließen.

Roland Sossna / moproweb

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